News

Blu-ray hilft schwächelnder Filmindustrie noch kaum

Im vergangenen Jahr konnten die Unternehmen mit dem Verkauf und Verleih von DVDs 2,6 Milliarden US-Dollar weniger einnehmen als im Vorjahr. Das Geschäft mit Blu-rays entwickelt sich noch langsam.

18.06.2009, 09:29 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Im Frühjahr des vergangenen Jahres ging Blu-ray von Sony als Sieger aus dem Kampf um den Nachfolger für das in die Jahre gekommene DVD-Format hervor. Insbesondere die Filmindustrie setzt Hoffnungen in den Verkauf der silbernen Scheiben, da diese aufgrund der größeren Speicherkapazität auch hochauflösende Filme speichern können.
Umsatzverlust bei DVDs
Doch die Absatzzahlen, die das Marktforschungsunternehmen Screen Digest nun vorlegte, sind noch ernüchternd. Zwar konnten im vergangenen Jahr 482 Millionen US-Dollar mit dem Verleih und Verkauf von Blu-Ray-Disc umgesetzt werden, doch die Verluste durch den Absatz von DVDs lagen noch erheblich höher. Durch einen globalen Rückgang von 4,8 Prozent beim Verleih und Verkauf von DVDs nahm die Filmindustrie 2,6 Milliarden US-Dollar weniger ein als noch im Jahr zuvor. International gaben die Verbraucher im vergangenen Jahr insgesamt 26,4 Milliarden US-Dollar für Videosoftware aus, zwei Drittel davon - rund 18,1 Milliarden US-Dollar - wurden dabei mit DVDs umgesetzt.
Erst 2010 soll Blu-ray für Wachstum sorgen
Als Gründe für die sinkenden Absatzzahlen bei DVDs wurde einerseits die derzeitige wirtschaftliche Lage, andererseits aber auch die frühere Verfügbarkeit von Filmen über Internetdownloads und illegale Kopien genannt. Helen Davis Jayalath, Senior Analystin bei Screen Digest, erwartet in diesem Jahr einen Anteil von Blu-Ray am weltweiten Videogeschäft von 6,9 Prozent. Allerdings könne dies nur erreicht werden, wenn die Filmindustrie genug Werbung für das neue Format mache. Die Blu-ray werde der Branche voraussichtlich erst ab 2010 wieder ein minimales Wachstum bringen können.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang