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Bloomberg: Verkauft Liberty Global Unitymedia KabelBW an Vodafone?

Die Kartellbehörden könnten einer eventuellen Übernahme von Unitymedia KabelBW durch Vodafone zustimmen. Diese Ansicht vertrat ein hochrangiger Manager von Liberty Global, dem Mutterkonzern von Unitymedia KabelBW. Für Kunden wäre ein solcher Mega-Deal aber nicht erstrebenswert.

25.11.2014, 16:56 Uhr
Internet Telefon TV© Unitymedia

Erst im Frühjahr erfolgte die Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone, schon kommen neue Spekulationen über eine weitere Konsolidierung des Breitbandmarktes in Deutschland auf. Würde Vodafone sich auch noch Unitymedia KabelBW einverleiben, wenn dies möglich wäre? Liberty Global, der Unitymedia KabelBW-Mutterkonzern, sieht für einen solchen Fall laut Nachrichtenagentur "Bloomberg" offenbar keine Hürden durch das Bundeskartellamt.

Würden Kartellbehörden Mega-Deal grünes Licht geben?

"Ich denke Sie würden es genehmigen", hatte Charles Bracken, stellvertretender Finanzchef bei Liberty Global, demnach bereits in der vergangenen Woche bei einer Investoren-Veranstaltung in Barcelona im kleinen Kreis gesagt. Nach Ansicht von Braden würden die deutschen und europäischen Wettbewerbswächter einen solchen Mega-Deal demnach nicht verhindern. In der Vergangenheit waren ähnliche Vorhaben stets am Veto des Kartellamts gescheitert. Denn auch Kabel Deutschland hatte schon vor Jahren, noch vor der Fusion von Unitymedia und Kabel BW, vergeblich mit der Übernahme der Kabelnetzbetreiber geliebäugelt.

Die Entscheidung für einen Verkauf von Unitymedia KabelBW liege aber ohnehin bei dem Milliardär John Malone, Chef von Liberty Global. Das europäische Kabelgeschäft von Liberty Global entwickele sich aber gut. "Auf dieser Basis gibt es keinen Grund, das Schiff aufzugeben, aber es liegt bei John", so Bracken weiter. Liberty Global kommt auf einen Marktwert von rund 35 Milliarden US-Dollar, Vodafone wird mit 95 Milliarden US-Dollar bewertet. Weder Vertreter von Vodafone noch von Liberty Global wollten ein mögliches Interesse Vodafones an Geschäften des Kabelkonzerns kommentieren. Auch das Bundeskartellamt sowie die EU-Kommission wollten laut "Bloomberg" mögliche Übernahmeszenarien sowie ihre Position nicht diskutieren.

Kabelmonopolist wäre nicht im Interesse der Kunden

Aus Kundensicht wäre ein Zusammengehen von Unitymedia KabelBW mit Vodafone und Kabel Deutschland nicht erstrebenswert. Es würde ein großer Kabelmonopolist entstehen, der in allen Bundesländern aktiv wäre - dazu noch unter dem Dach eines der führenden Mobilfunknetzbetreiber. Der Wettbewerb würde erheblich eingeschränkt, auch auf die Preise hätte dies sicherlich Einfluss. Daher erscheint die optimistische Ansicht von Liberty Global Manager Bracken zur Haltung der deutschen und europäischen Wettbewerbswächter eher unrealistisch.

(Jörg Schamberg)

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