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Bloggen für das schnelle Geld

Mit einem Weblog lässt sich problemlos ein gewisses Taschengeld erwirtschaften. Durchschnittlich 213 US-Dollar nehmen Weblogger laut einer Erhebung des Bloggers Robert Basic monatlich ein – mit Werbung.

16.01.2007, 17:31 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Weblogs sind ein nettes Hobby. Manche Blogger allerdings können von den Werbeeinnahmen durchaus leben, wie eine Erhebung des Bloggers Robert Basic belegt. Der hat die Daten von 47 Weblogs ausgewertet und das durchschnittliche Einkommen der Betreiber aus ihrem Blog ermittelt. Das nicht unbedingt repräsentative Resultat: Blogs sind kein Füllhorn, aber oft ein nettes Taschengeld.
213 Dollar im Monat
213 US-Dollar, so Basic, ist der durchschnittliche Verdienst eines Bloggers aus seinem Blog. Das ist immerhin ein iPod nano im Monat, also Grund, sich zu freuen. Robert Basic hatte die Blogger-Gemeinde Anfang Januar um ihre Daten bezüglich ihrer Einnahmen gebeten. 47 Blogbetreiber haben daraufhin ihren Verdienst und ihre Leserzahlen übermittelt.
Die teilnehmenden Blogs waren im Durchschnitt 16 Monate alt und konnten 38.000 Page Impressions pro Monat aufweisen. Mit Hilfe der eingeblendeten Werbung, meist in Form von Googles Werbedienst Adsense konnten die Blogger damit durchschnittlich 213 US-Dollar im Monat erwirtschaften.
Fachblogs ganz oben
Besonders effizient arbeiten dabei die so genannten "Fachblogs", Weblogs also, die sich mit einem speziellen Thema beschäftigen. Anders als die "persönlichen Weblogs", die klassischen Online-Tagebücher, bieten diese Blogs meist brauchbare Informationen zu einem bestimmten Thema. Diese erwirtschaften laut Robert Basic besonders hohe Einkommen bis zu 2700 US-Dollar.
Ein besonders hochverdienstiges Blog wurde von Basic jedoch aus der Erhebung herausgenommen: Ein Erotik-Blog, das einen besonders dicken Sponsoring-Vertrag von einem Erotik-Anbieter an Land gezogen hat. Damit verdienen sich die Betreiber eine goldene Nase: Rund 9100 US-Dollar kommen bei diesem Weblog monatlich zusammen. Um die anderen Werte nicht zu verzerren, hat Basic diesen Ausreißer herausgerechnet und liefert deshalb doppelte Werte. Denn mit dem Gewinner-Sexblog stiege das durchschnittliche monatliche Einkommen der Blogger auf über 400 Dollar. Besonders Googles Adsense-Dienst steuert einen riesigen Anteil zu den Einnahmen der Blogger bei: Rund 44 Prozent des Einkommens wird von Googles Werbenetzwerk erwirtschaftet. Mit 22 Prozent sind Banner die nächste Größe, auch Sponsoring ist mit 20 Prozent populär.
Geld von Google
Linkverkäufe und Amazons Partner-Programm sind hingegen unbeliebt. Der hohe Adsense-Anteil hängt mit der Einfachheit von Googles Adsense-Konzept zusammen: Einmal eingebunden, schaltet der Dienst automatisch die für den Leser interessanteste Werbung. Neu-Blogger sollten sich jedoch keine zu großen Hoffnungen machen, denn der Weg zur "Geldquelle Weblog" ist steinig.
Einerseits müssen die Inhalte für andere Internet-Nutzer interessant sein, andererseits gilt es, regelmässig zu publizieren. Zudem sollte versucht werden, ein ordentliches Google-Ranking zu erzielen.
Alter, Größe, Output? Die Idee zählt!
Laut Basic verdient kein Weblog, das jünger als zehn Monate ist, mehr als Cent-Beträge. Auch die Verteilung der Umsätze ist bedenklich: Neben den wenigen Top-Blogs, die mehrere hundert oder sogar tausend Dollar im Monat verdienen, ziehen zahlreiche "kleine" Blogs mit Mini-Umsätzen den Schnitt nach unten. Die Motivationskurve übrigens auch, denn normal sind wohl eher geringe Beträge. Ein direkter Zusammenhang zwischen Alter und Einnahme ist laut Robert Basic nicht zu erkennen.
So scheint es also, dass auch beim Blogging die Qualität und nicht die Quantität zählt. Wer also mit seinem Hobby-Weblog ins Land der Dollar-Millionäre vordringen möchte, hat eher schlechte Chancen jenseits der 213 US-Dollar. Denn was meist fehlt, ist die wahnsinnig gute Geschäftsidee.

(Christian Rentrop)

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