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Blackstone: Telekom-Aufsichtsratschef soll gehen

Der US-Investor Blackstone dringt nach einem Zeitungsbericht auf die Ablösung von Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel.

04.12.2006, 13:30 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der US-Investor Blackstone dringt nach einem Zeitungsbericht auf die Ablösung von Telekom-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel. Wie die "Financial Times Deutschland" ("FTD") am Montag berichtete, hatte sich Blackstone bereits darum bemüht, Zumwinkel zusammen mit dem Mitte November zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke loszuwerden.
Unter Beobachtung
Bei Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) hätten die US-Investoren für einen "Doppel-Schlag" geworben, sich damit aber nicht durchsetzen können. Nun stehe der 63-jährige Zumwinkel bei Blackstone weiterhin "unter verschärfter Beobachtung". "Blackstone hält Zumwinkel für einen guten Manager, aber bei der Telekom auf dem falschen Job", zitierte die Zeitung einen Insider.
Beschäftigungen bei Post und Telekom
Blackstone, das einen Anteil von 4,5 Prozent der Telekom-Aktien hält, moniert laut "FTD" unter anderem, dass Zumwinkel das Detailwissen fehle. Die US-Investoren wollten lieber einen versierten Telekomexperten an der Spitze des Aufsichtsrats sehen. Auch sieht Blackstone der Zeitung zufolge die gleichzeitige Tätigkeit von Zumwinkel als Vorstandschef der Deutschen Post als Nachteil: Nicke er bei der Telekom Einschnitte ab, die für die Beschäftigten schmerzhaft seien, drohe ihm bei der Post Ärger mit den Arbeitnehmervertretern.
Der neue Telekom-Vorstandschef René Obermann will am Dienstag mit dem Aufsichtsrat über sein Vorgehen beraten. Die "FTD" erwartet, dass sich Obermann angesichts der "unübersichtlichen Gemengelage" voraussichtlich noch einige Wochen Zeit nehmen wird, um über seine endgültige Marschrichtung zu entscheiden. Der neue Telekom-Chef werde am Dienstag zunächst einmal wichtige Personalien verkünden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld Obermanns. Seine Strategie wolle der Vorstandschef dann erst in einigen Monaten nach Rücksprache mit seinem neuen Vorstandsteam sowie dem Aufsichtratsvorsitzenden vorstellen, hieß es.

(Denise Bergfeld)

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