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BlackBerrys können für Probleme sorgen

Das IT-Wirtschaftsmagazin sieht in Push-fähigen Geräten die Gefahr, dass der Nutzer "zum Sklaven des E-Mail-Systems" wird.

30.06.2006, 10:22 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

BlackBerrys und andere E-Mail-Push-Geräte gehören heutzutage nicht umsonst in vielen Firmen zur Grundausstattung. Die handlichen Geräte sorgen auf einfache Weise überall für den schnellen Zugang auf E-Mails, Terminkalender sowie Kontakte und ersetzen teilweise das Handy oder ein Notebook. Wer auf die neueste BlackBerry-Entwicklung setzt, kann bei UMTS-Versorgung sogar im Internet surfen. Das IT-Wirtschaftsmagazin "CIO" berichtet nun allerdings, dass die neue Push-Mail-Technik auch zu einer Reihe von Problemen in Unternehmen führen kann.
E-Mail-Sklave?!
Während Blackberry mittlerweile einen regelrechten Push-Mail-Hype ausgelöst hat und andere Anbieter zur Nachahmung treibt, weist etwa auch Alexander Fischer, Leiter IT-Infrastruktur bei Papierhersteller August Koehler AG, auf die Nebenwirkungen dieser Technik hin: "Das Hauptproblem mit den Blackberrys und anderen Push-fähigen Geräten sehe ich darin, dass der Anwender zum Sklaven des E-Mail-Systems wird."
Push verwandele nämlich ein asynchrones Kommunikationssystem in ein synchrones mit bis heute weitgehend unterschätzten Folgen. Im Selbstversuch habe Fischer erlebt, wie er den ganzen Tag mit eingehenden E-Mails beschäftigt war und sich dabei nicht mehr auf seine Arbeit konzentrieren konnte: "Ich bin mir nach einer gewissen Zeit wie ein Pawlowscher Hund vorgekommen, der den ganzen Tag nur noch auf die Signale des Blackberry reagiert", beschreibt der IT-Manager den Push-Effekt.
Eine weitere Schwierigkeit sieht Fischer im Echtzeit-Mail-Verkehr, denn Push-Geräte suggerieren den Kommunikationspartnern eine permanente Erreichbarkeit - und das habe auf Dauer fatale Folgen für den Benutzer: "Push erzeugt einen gefährlichen Erwartungsdruck, weil der Sender dabei annimmt, dass der Mail-Empfänger in jeder Situation unmittelbar die Nachrichten lesen kann."
Alternativen prüfen
Vor diesem Hintergrund sollten laut IT-Manager Fischer Unternehmen mit Blackberry-Nutzern unter Einbeziehung des Betriebsrats Richtlinien für den Umgang mit dieser Technologie erarbeiten. Des Weiteren rät "CIO", auch den Einsatz von SDA/MDA-Smartphones, Outlook Web Access oder Citrix-Terminalserver anstelle des Blackberrys zu prüfen.

(Hayo Lücke)

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