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BlackBerry: US-Investor Icahn als letzte Hoffnung?

Der kanadische BlackBerry-Hersteller RIM steckt in einer tiefen Krise, der Gewinn und der Aktienkurs sinken. Laut "FTD" soll nun angeblich US-Investor Carl Icahn bei RIM eingestiegen sein. Das könnte zu einem Kurswechsel wie einem neuen Management, einer Aufspaltung oder dem Verkauf von RIM führen.

29.09.2011, 15:28 Uhr
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der erfolgsverwöhnte BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM) steckt in der wohl tiefsten Krise der Unternehmensgeschichte. Die Konkurrenz eilt den Kanadiern mit immer neuen Smartphones und Tablet-PCs davon. BlackBerrys verkaufen sich hingegen miserabel und für das erste eigene Tablet, das BlackBerry Playbook, gab es vernichtende Kritiken.

Hoffnungsschimmer am Horizont?

So viel ist klar: Der Konzern hat sich, zu lange, auf seinen Erfolgen wie dem E-Mail- und Kurznachrichtendienst ausgeruht. Folglich sackte der Börsenwert von RIM in diesem Jahr um rund 17 Milliarden auf 8,6 Milliarden Euro ab. Doch nun könnte es laut "Financial Times Deutschland" (FTD) neue Hoffnung für einen möglichen Kurswechsel geben. Es gebe Gerüchte, dass der US-Investor Carl Icahn bei RIM eingestiegen ist. Wäre dies der Fall, könnte es drei mögliche Szenarien geben: Ein neues Management, eine Aufspaltung oder einen Verkauf von RIM.

Neue Leitung oder Aufspaltung?

Für die bei RIM entstandenen Turbulenzen machen Analysten vor allem die beiden Co-Chefs, den langjährigen RIM-Manager Jim Balsillie sowie den Unternehmensgründer Mike Lazaridis, verantwortlich. Durch einen Rückzug der beiden Spitzenkräfte ließen sich nicht nur kurzfristige Kursgewinne erzielen, auch für die Entwicklung des Betriebssystems könnte es einen Schub bedeuten.

Eine andere Alternative wäre eine Aufspaltung von RIM. Die Handy- und Tablet-PC-Produktion würde vom erfolgreichen E-Mail-Dienst getrennt, der anderen Anbietern gegen Gebühr angeboten werden könnte. Ähnliches ließe sich auch mit dem beliebten kostenlosen Kurznachrichtendienst umsetzen. Zum Jahresanfang gab es eine vergleichbare Aufspaltung bei Motorola. Auch hier hatte Icahn als Investor maßgeblich auf eine solche Lösung hingearbeitet.

RIM ist ein Übernahmekandidat - Börsenwert drastisch gesunken

Denkbar wäre aber auch ein Verkauf von RIM. Im Vergleich zur Höchstbewertung in diesem Jahr ist der kanadische Konzern aktuell mit einem Börsenwert von 8,6 Milliarden Euro quasi ein Schnäppchen. Im August hat Google die Motorola-Handysparte für 12,5 Milliarden US-Dollar gekauft. RIM könnte beispielsweise von Herstellern wie HTC, LG oder auch Huawei übernommen werden. Wie schon Motorola kann auch RIM mit zahlreichen Patenten aufwarten. Ein nicht zu unterschätzender Wert angesichts immer weiter um sich greifenden Patentklagen.

(Jörg Schamberg)

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