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Blackberry setzt wieder auf Smartphones mit Tastaturen

Gleich nach Antritt kündigte der neue Blackberry-Chef John Chen an, sich wieder auf Geschäftskunden zu konzentrieren. In einem Interview verriet er nun, dass die meisten der neuen Smartphones wieder mit physischen QWERT-Tastaturen ausgestattet sein werden.

13.01.2014, 13:20 Uhr
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Der neue Blackberry-Chef John Chen ist dabei, das Unternehmen komplett umzumodeln. Dabei wird auch wieder einmal die Strategie neu ausgerichtet. Es ist eine Rückkehr zu alten Stärken. Gleich nach Antritt kündigte Chen an, sich wieder auf Geschäftskunden zu konzentrieren. In einem Interview mit Bloomberg Television verriet er nun, dass die meisten der neuen Smartphones wieder mit physischen QWERT-Tastaturen ausgestattet sein werden. "Ich persönlich liebe Tastaturen", sagte er.

Unternehmen investieren nicht mehr

Im Angesicht des Markterfolgs von iPhone und Android hatte der geschasste Blackberry-Chef Thorsten Heins das Unternehmen geöffnet. Nach ersten Versuchen mit Touchscreens wurde mit dem Blackberry Z10 erstmals ein Gerät vorgestellt, das nicht nur Respekt, sondern auch neue Kunden gewann. Zudem wurde der hauseigene Messenger BBM für andere Plattformen geöffnet.

Auf der anderen Seite wurden aber auch viele Stammkunden verloren. Etliche Unternehmen zögern immer noch, in die neue Generation Blackberry-Server zu investieren und ihre Mitarbeiter mit einem Smartphone auszustatten, auf dem das aktuelle Betriebssytem Blackberry 10 läuft – zum Beispiel das Tasten-Handy Blackberry Q10.

Neue Ausrichtung schnell angepackt

Was Chen bisher unternommen hat, um Geschäftskunden zu halten, hat hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Zahlreiche Umbesetzungen im Management spiegeln jedoch den Wandel zu einem Software-Unternehmen wieder, der ebenfalls gleich nach Antritt angekündigt wurde.

In Rekordzeit verkündete er ebenfalls ein auf fünf Jahre ausgelegtes Abkommen mit dem Auftragsfertiger Foxconn, der nach einer Übergangszeit nicht nur für die Produktion, sondern auch für die Entwicklung der Smartphones zuständig sein soll – unter Federführung von Blackberry. Mit dieser Maßnahme wird vor allem ein günstiger Preis anvisiert.

Blackberry hat in den letzten Quartalen zwar riesige Verluste eingefahren, zu großten Teilen handelte es sich dabei jedoch um Abschreibungen von Lagerbeständen. Das Unternehmen hat immer noch viel Bargeld auf dem Konto und die Verluste sich durch neue Investitionen ausgleichen lassen. Blackberry könnte unter Chen sogar auf Einkaufstour gehen.

(Peter Giesecke)

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