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BlackBerry Playbooks zum Schnäppchenpreis

BlackBerry-Hersteller RIM kämpft weiter mit einem schwachen Absatz seiner Playbook Tablet-PCs. In seinem US-Onlineshop verschleudert RIM die Playbooks derzeit um teils mehr als 50 Prozent unter Listenpreis.

03.01.2012, 15:36 Uhr (Quelle: DPA)
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Der Einstieg des kanadischen BlackBerry-Herstellers Research in Motion (RIM) in das Geschäft mit Tablet-PCs hat sich bislang als teurer Flop erwiesen. Der Tablet-Computer Playbook verkauft sich zum geplanten Preis im Bereich von Apples iPad nur schwach, die Preise wurden im Rahmen von Aktionen bereits mehrfach gesenkt. Im Dezember kündigte RIM eine Wertberichtigung von 360 Millionen US-Dollar auf die Playbook-Bestände an. Im dritten Quartal seien 150.000 Playbook-Tablets an den Handel geliefert worden, hieß es. Nun startet das Unternehmen erneut einen Playbook-Ausverkauf: Im US-Onlineshop verschleudert der Hersteller derzeit die mobilen Geräte teils bis zu 400 Dollar unter dem Listenpreis.

Alle Playbooks für 299 US-Dollar

Das größte Schnäppchen stellt das Playbook mit 64 Gigabyte (GB) Speicherkapazität dar. Wurde es bislang mit 699 Dollar gelistet, ist der Tablet-PC nun für 299 Dollar erhältlich. Das entspricht einer Preissenkung von mehr als 50 Prozent. Die kleineren Varianten mit 32 und 16 GB wurden ebenfalls günstiger: RIM bietet diese jeweils zum Preis von 299 Dollar an.

Verglichen mit dem ursprünglichen Preis von 599 beziehungsweise 499 Dollar bedeutet das immerhin noch eine Ersparnis von 300 beziehungsweise 200 Dollar. Allerdings stellt sich die Frage, wer die Varianten mit weniger Speicher bestellen soll, wenn doch das Playbook mit 64 GB zum gleichen Preis angeboten wird.

RIM bietet Playbooks in Deutschland weiter zum Listenpreis an

In seinem deutschen Online-Store berechnet RIM jedoch weiterhin die hohen Listenpreise von 499, 599 beziehungsweise 699 Euro. Beim Online-Händler Redcoon ist das größte Playbook mit 7-Zoll-Display, zwei Kameras und 64 GB Speicher derzeit für 399 Euro im Angebot und damit erheblich günstiger als bei RIM. Es ist allerdings eher zu bezweifeln, dass die Blackberry Tablet-PCs trotz des gesunkenen Preises reißenden Absatz finden werden. Zum Verkaufsstart im April des vergangenen Jahres erhielten die ersten Playbooks vernichtende Kritiken von der Fachpresse. Das Gerät kam mit deutlicher Verzögerung auf den Markt, zudem kritisierten Experten Schwächen bei Software und Funktionen.

RIM bekräftigte zu einem früheren Zeitpunkt, im Tablet-Geschäft bleiben zu wollen. Seitdem nahm der Druck auf die Firmenführung mit sinkenden Marktanteilen und schwachen Geschäftszahlen noch weiter zu. Konkurrent Hewlett-Packard hatte seinen iPad-Rivalen TouchPad unter dem inzwischen gefeuerten Konzernchef Léo Apotheker im August nach einem schwachem Verkaufsstart kurzerhand eingestellt. Beim anschließenden Ausverkauf der TouchPad-Restbestände zu drastischen Preisabschlägen wurde HP die Tablets schnell los - mit Verlust.

(Jörg Schamberg)

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