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Blackberry ohne E-Mail

Der kanadische Hersteller von mobilen Endgeräten für den E-Mail-Empfang und Telefonie will bei ausgewählten Modellen in Zukunft auf die E-Mail-Funktion verzichten.

24.05.2006, 09:31 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Der kanadische Anbieter der besonders bei Geschäftskunden beliebten Blackberry-Endgeräte, RIM, will in ein neues Geschäftsfeld eintreten. Voraussichtlich ab Herbst soll es den E-Mail-Dienst Blackberry auch ohne E-Mail geben. Die neuen Blackberry-Geräte sollen zwar weiter Datenverbindungen aufbauen können, eine Push-E-Mail-Funktion, bei der E-Mails direkt auf das Handheld übertragen werden, werde jedoch nicht mehr vorhanden sein. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner heutigen Ausgabe.
RIM vertrete die Auffassung, dass zwar Millionen Menschen einen Datenzugang brauchen, aber nicht zwingend einen E-Mail-Client. Als Zielgruppen gelten Vertriebs- und Wartungsmitarbeiter, aber auch Forscher, Ingenieure, Ärzte oder Krankenschwestern. Konkret will RIM Kunden ansprechen, die einen Onlinezugang zu vertraulichen Daten oder Unternehmensnetzwerken benötigen. Die Zahl der Geräte ohne E-Mail könne die Zahl der E-Mail-Blackberrys sogar überflügeln.
Als erstes Gerät, das auch ohne E-Mail auskommen wird, gilt das "Blackberry Enterprise Server für MDS". Die E-Mail-Funktion werde hier stillgelegt, die restliche Hardware bleibe aber unverändert. Das habe den Vorteil, dass der umsatzträchtige E-Mail-Dienst bei Bedarf später auf Wunsch aktiviert werden könne. Das Einsparpotenzial ist beachtlich. Die Einrichtung des E-Mail-Dienstes schlägt bei einem Nutzer im Durchschnitt mit 50 bis 200 Dollar zu Buche, erläutert David Heit, Produktmanager bei Rim gegenüber dem "Handelsblatt". Die laufenden Kosten – mit Verwaltung, Software – können bis zu 300 Dollar pro Jahr betragen. Bei tausenden von Geräten in weltweit vertretenen Unternehmen ist das ein erheblicher Kostenfaktor.
Noch eine Neuvorstellung
In Sachen Produktneuvorstellungen geht Blackberry sogar noch weiter. Am kommenden Montag wird in Frankfurt/Main ein neues Produkt vorgestellt, zu dem sogar Blackberry-Chef Jim Balsillie eingeflogen wird. Wie aus Branchenkreisen zu vernehmen ist, könnte der neue Blackberry erstmals mit einem UMTS-Modem ausgestattet sein, das auch an einem Notebook verwendet werden kann.

(Hayo Lücke)

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