Smartphone-Sicherheit

BlackBerry: Niederländische Polizei knackt PGP-Verschlüsselung

Die PGP-Verschlüsselung auf Smartphones von BlackBerry ist offenbar nicht mehr sicher. Niederländische Polizisten konnten verschlüsselte Nachrichten auslesen. Das Unternehmen sieht bislang aber keinen Grund zur Sorge.

Marcel Petritz, 14.01.2016, 13:08 Uhr
Blackberry Classic© BlackBerry

Wie das "Nederlands Forensic Institute" (NFI) berichtet, ist es der niederländischen Polizei gelungen, verschlüsselte Nachrichten auf den sichersten BlackBerrys zu öffnen. Als Verschlüsselungstechnologie kommt PGP (Pretty Good Privacy) auf den Geräten zum Einsatz. Das Verfahren sei im Dezember 2015 zur Ermittlung eines Drogenkuriers angewandt worden.

Verschlüsselte Daten nicht sicher

Die Hightech-Seite "Motherboard" zitiert den NFI-Sprecher Tuscha Essed wie folgt: "Wir sind in der Lage, an verschlüsselte Daten von BlackBerry-PGP-Geräten heranzukommen". Die genaue Vorgehensweise der Behörden ist dabei bislang unklar, anscheinend kann das NFI aber auch Ziel-Geräte untersuchen, ohne einen physischen Zugang zum Smartphone zu besitzen. Laut dem Bericht ist es deshalb wahrscheinlich, dass eine Forensik-Software verwendet wurde.

BlackBerry gibt sich gelassen

BlackBerry reagierte auf die Neuigkeiten gelassen: "Wir sind zuversichtlich, dass BlackBerry die weltweit sicherste Kommunikationsplattform für Regierungs-, Militär- und Unternehmenskunden darstellt", so ein Sprecher. Aufgrund fehlender Details über die genaue Herangehensweise des NFI, könne sich der Smartphone-Hersteller zu dem Vorfall auch nicht weiter äußern.

Dem niederländischen Blog "Misdaadnieuws" sollen über diesen Vorfall schon seit Dezember angeblich geheime Unterlagen vorliegen. Nach diesen Informationen kommt ein Entschlüsselungs-Tool eines israelischen Anbieters zum Einsatz. Da durch den NSA-Skandal immer mehr Kryptographie verwendet wird, steigt die Nachfrage für diese Art von Software. Besonders Vollzugsbehörden sind darauf angewiesen, schließlich kann eine Verschlüsselung auch von Kriminellen zur sicheren Kommunikation genutzt werden.

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang