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Blackberry: Neues Smartphone Passport setzt auf quadratisches Display und Tastatur

Blackberry bringt mit seinem neuen Smartphone-Modell Passport kein iPhone- oder Android-Clone auf den Markt, sondern hebt sich dank quadratischem Display und klassischer Tastatur deutlich von der Konkurrenz ab.

24.09.2014, 18:16 Uhr (Quelle: DPA)
SMS© TristanBM / Fotolia.com

Der mit Absatzproblemen kämpfende Smartphone-Pionier Blackberry will die Fans seiner klassischen Tastaturen und professionelle Anwender zurückgewinnen. Das am Mittwoch vorgestellte neue Modell Passport hat drei Reihen von Tasten mit Buchstaben - und zugleich einen großen berührungsempfindlichen Bildschirm. Das Display mit einer Diagonale von 4,5 Zoll (knapp 11,5 cm) ist quadratisch und soll damit unter anderem die Arbeit mit Text-Dokumenten und Tabellen ermöglichen. Der vor knapp einem Jahr angetretene Konzernchef John Chen hatte das Geschäft mit Unternehmen zu einer Priorität erklärt, um Blackberry zu retten.

Chen: Blackberry ist wieder zu Innovationen bereit

Bei der Passport-Vorstellung sagte Chen, die Umstrukturierung von Blackberry sei abgeschlossen. Das ungewöhnliche neue Modell zeige, dass der Konzern wieder zu Innovationen bereit sei und weiterhin auch ernsthaft ein Smartphone-Hersteller bleiben wolle. Zwischenzeitlich war spekuliert worden, Blackberry könnte aus der Geräteproduktion aussteigen.

Blackberry war einst eine führende Kraft im Smartphone-Markt, ist inzwischen von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android und Apples iPhone aber an den Rand gedrängt worden. Nach Zahlen der Marktforschungsfirma IDC kam Blackberry im zweiten Quartal nur noch auf einen Marktanteil von 0,5 Prozent.

Neue Funktion "Blend" zeigt Inhalte von Smartphone auf PC und Tablet an

Zugleich war es Chen gelungen, das Geschäft zu stabilisieren. Blackberry verkaufte im ersten Geschäftsquartal von März bis Mai mehr Geräte als in den drei Monaten zuvor, stoppte den Umsatzschwund und wies nach massiven Verlusten sogar wieder einen kleinen Gewinn von 23 Millionen Dollar aus. Mit einem Absatz von 1,6 Millionen Smartphones war der Konzern aber im Jahresvergleich drastisch geschrumpft. Im Vergleichsquartal waren noch 6,8 Millionen Blackberry-Geräte ausgeliefert worden.

Unternehmen und Behörden gehörten lange zur Stammkundschaft von Blackberry, auch hier mischen inzwischen aber Apple und Hersteller von Android-Geräten kräftig mit. Chen will sich mit einem Fokus auf sichere Kommunikation in dem Geschäft festbeißen. Dafür übernimmt sein Konzern unter anderem den deutschen Spezialisten für Sprach-Verschlüsselung Secusmart, der zusammen mit Blackberry Geräte für die Bundesregierung stellt. Auch das neue Modell kann für die sichere Behörden-Kommunikation eingesetzt werden. Es bekam den Namen Passport, weil das Format der Größe eines Reisepasses entspricht.

Als weitere Neuerung stellte Blackberry die Funktion Blend vor, mit der Inhalte vom Smartphone auf PC und Tablet angezeigt werden können. Der "Blackberry Assistant" soll die Bedienung auch per Sprachbefehl ermöglichen.

(Jörg Schamberg)

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