Handysoftware

BlackBerry: Fake-Messenger begeistert Android-Nutzer

Eine dreiste Fälschung des noch nicht erhältlichen BlackBerry Messenger für Android in Googles Play Store hat zehntausende Nutzer zu einem Download verleitet. Eine Mehrheit zeigte sich begeistert von der Fake-App und bewertete diese mit der Höchstpunktzahl.

25.06.2013, 12:01 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Seit seiner schier explosionsartigen Verbreitung ist Android immer stärker in den Fokus von Malware-Entwicklern gerückt. Galt in der klassischen PC-Ära noch Microsofts Windows-Plattform als Hauptziel krimineller Umtriebe, hat das Google-System dank eines Marktanteils von mehr als 70 Prozent bei Smartphones und Tablets immens an Attraktivität gewonnen. Längst hat der Internetkonzern die Gefahr erkannt und versucht mit verschiedenen Gegenmaßnahmen Schadsoftware aus dem offiziellen App Store zu verbannen. Zwar gelingt das nicht immer, selten hat ein Fake-Programm jedoch so viele Nutzer erreicht, wie ein Klon der (noch nicht erhältlichen) Chat-App BlackBerry Messenger für Android.

Fake-App mit guter Bewertung

Laut einem Bericht des US-Magazins "CNet" wurde das gefälschte Tool zehntausendfach heruntergeladen, bevor Google es schließlich aus dem Play-Store entfernte sowie den Entwickler-Account sperrte. Die App selbst zeigte zwar keinerlei Funktion, versprach aber, dass der Kommunikationsdienst ab dem 27. Juni genutzt werden könne. Da BlackBerry die Veröffentlichung des Messengers für Android und iOS für den Sommer angekündigt hatte, erschien dies zumindest über 1.000 begeisterten Nutzern offenbar völlig plausibel – obwohl die Anwendung ebenfalls dazu aufforderte, der Installation von Verknüpfungen und Icons eines Werbenetzwerks zuzustimmen.

Auch die seit der Umbenennung des Unternehmens in "BlackBerry" falsche Hersteller-Angabe "RIM" wurde als eindeutiges Warnsignal großflächig ignoriert. Im Ergebnis ergatterte die App überwiegend Bewertungen mit der Höchstzahl von fünf Sternen – und verleitete so weitere Nutzer zu unbedachten Downloads. Lediglich eine Minderheit warnte in Kommentaren vor der Installation. Der Rest hatte aber wohl Glück im Unglück: Schadsoftware war offenbar nicht mit an Bord.

Der Vorfall wirft allerdings erneut grundsätzliche Fragen zur Sicherheit des Android-Stores auf. Während Apple oder Microsoft in ihren App-Läden ausschließlich geprüfte Anwendungen zulassen, verzichtet Google bislang auf eine Vorabkontrolle und versucht Betrügern unter anderem durch regelmäßige Malware-Scans auf die Schliche zu kommen.

(Christian Wolf)

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