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BlackBerry: Enttäuschende Verkaufszahlen - Aktie stürzt ab

Die Analysten zeigten sich von den Verkaufszahlen der komplett neu entwickelten BlackBerrys enttäuscht. Zudem rutschten die Kanadier wieder in die Verlustzone. Die Aktie gab vorbörslich um mehr als 20 Prozent nach.

28.06.2013, 14:58 Uhr (Quelle: DPA)
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Die von Grund auf neu entwickelten BlackBerrys verkaufen sich schlechter als gedacht. Das kanadische Unternehmen mit dem deutschen Manager Thorsten Heins an der Spitze lieferte in seinem ersten Geschäftsquartal (bis Anfang Juni) rund 6,8 Millionen Smartphones aus, davon lediglich 2,7 Millionen Geräte mit dem neuen Betriebssystem BlackBerry 10. Vom Finanzdienstleister Bloomberg befragte Analysten hatten insgesamt mit knapp 7,5 Millionen Stück gerechnet. Die Aktie brach am Freitag im frühen New Yorker Handel um 28 Prozent ein. Das Papier fiel damit auf das Niveau vom Jahresanfang zurück. Monatelange Arbeit, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen, wurde mit einem Schlag zunichtegemacht.

BlackBerry rutscht wieder in die Verlustzone

Zusätzlich auf die Stimmung drückte ein Verlust von unterm Strich 84 Millionen Dollar (64 Millionen Euro). Auch hier hatten die Börsianer mit besseren Zahlen gerechnet. Das Unternehmen hatte dank eines harten Sparkurses zwischenzeitlich die Verlustzone verlassen, in die es nun wieder stürzte. "Wir stehen immer noch am Anfang dieser Produkteinführung", erklärte Firmenchef Heins am Sitz in Waterloo.

Heins hatte im Januar die ersten Modelle mit BlackBerry 10 vorgestellt: das BlackBerry Z10 mit einem großen berührungsempfindlichen Bildschirm sowie das Q10 mit der klassischen BlackBerry-Tastatur. Im Mai kam das günstigere BlackBerry Q5 hinzu, das vor allem für Schwellenländer gedacht ist. Jedoch dauerte es länger als von Analysten erwartet, bis die Smartphones tatsächlich im Laden verfügbar waren. Im Vorjahreszeitraum hatte BlackBerry von seinen damaligen Telefon-Modellen noch 7,8 Millionen abgesetzt.

BlackBerry fällt hinter Windows Phone zurück

Nach Angaben der Marktforschungsfirma IDC hat Microsofts Windows Phone sich inzwischen an BlackBerry vorbei auf Rang drei der beliebtesten Smartphone-Betriebssysteme geschoben. Mit einem Marktanteil von jeweils rund 3 Prozent liegen jedoch beide Systeme weit abgeschlagen hinter Googles Android und Apples iOS. Im Vorjahreszeitraum verbuchte BlackBerry den Angaben zufolge noch einen doppelt so hohen Marktanteil.

Dabei gab es zwischenzeitlich durchaus Anzeichen, dass BlackBerry vorankommt. So überzeugte das Management zahlreiche Entwickler, Apps für das neue Betriebssystem zu erstellen, um Kunden einen Wechsel zu BlackBerry schmackhaft zu machen. Auch konnte das Unternehmen für seine neuen Smartphones bessere Preise als für die Vorgängermodelle erzielen. So stieg der Umsatz zuletzt um 9 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Auf der Negativseite stehen allerdings hohe Marketingausgaben, um die neuen Modelle zu bewerben. BlackBerry schaltete für sein Z10 etwa Fernsehspots in den USA.

Auch im zweiten Geschäftsquartal rechnen die Kanadier mit einem operativen Verlust. Der scharfe Wettbewerb am Smartphone-Markt werde anhalten, erklärte die Firma. Der Sparkurs soll deshalb beibehalten werden. Heins hatte angekündigt, 5.000 von einst 16.500 Stellen zu streichen. Immerhin hat BlackBerry ein dickes Finanzpolster: Der Konzern kann auf Bares und kurzfristige Anlagen von 2,8 Milliarden Dollar zurückgreifen, um den anstehenden Umbau zu bewerkstelligen.

(Jörg Schamberg)

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