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BlackBerry-Chef Lazaridis stichelt gegen Apple & Co

Bescheidenheit ist nicht seine Stärke. Mike Lazaridis hat aber auch einiges vorzuweisen – nicht zuletzt die Erfindung des Blackberrys. Und das ist "alles andere als dröge", betont er gegenüber der "Financial Times Deutschland" im Interview.

10.01.2010, 11:46 Uhr
Apple© Apple

Mike Lazaridis ist es gewöhnt, unterschätzt zu werden. Dabei hat er es vom Flüchtlingskind zum Selfmade-Milliardär geschafft, seine Firma Research In Motion(RIM) wurde von der US-Zeitschrift "Fortune" 2009 zum Wachstums-Sieger gekürt, wie er stolz verkündet, und verzeichnete im vergangenen Vierteljahr ein Gewinn-Plus von 58,6 Prozent. Darum ist der Erfinder des Business-Handys Blackberry sicher: RIM gehört weiterhin zu den Marktführern, auch wenn das iPhone ihm manchmal die Show stiehlt.
"Alles selbstgemacht"
Auf jeden Fall sei das Blackberry (deutsch:"Brombeere") "alles andere als dröge", betont der gebürtige Grieche in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" (FTD). Bei RIM werde alles selbstgemacht mit besten Zutaten: Die Software, die Mikrochips, das Gehäusedesign, die Funkeinheit, selbst die Antennen. Darum sei das Brombeer-Modell nicht nur Teil, sondern Schrittmacher der "Smartphone-Revolution": Der Wandlung des Handys vom Taschentelefon zum Mini-Computer. Und diese geht laut Lazaridis mit Siebenmeilenstiefeln voran.
"Das Tempo der Entwicklung haben alle unterschätzt", sagt er und kann sich den Seitenhieb auf Konkurrent Apple nicht verkneifen: "auch ein Herr Jobs". Bescheidenheit ist eine Zier, auf die Lazaridis offenbar gern verzichtet. Den Vergleich mit dem Smartphone-Tanker aus Kalifornien scheut der Kanadier keineswegs. Stattdessen betont er, dass die Blackberrys die ersten Handys waren, die im Web laufen konnten, während auch die Apfelkonkurrenz Internet-technisch noch vergleichsweise in der Wiege lag. Abgewatscht wird aber auch Marktführer Nokia: Mögen die Finnen ihre Handys mit Navigationssystemen ausrüsten: "Nichts gegen Nokia. Aber wir waren die Ersten, die in alle Handys GPS-Module eingebaut haben.
Fan von Max-Planck-Gesellschaft
Der umtriebige Unternehmer hält aber große Stücke auf technologische Kreativität. So stiftete er der Universität im kanadischen Waterloo 250 Millionen Dollar. Auch die deutsche Ingenieurs-Ausbildung und die gemeinnützige ForschungsorganisationMax-Planck-Gesellschaft ernten seinen Respekt. In Bochum hat er darum eine neue Forschungsabteilung aufgebaut. Kein Wunder, haben doch Technik und Innovation sein Leben bestimmt: Der Blackberry-Erfinder erhielt bereits 1999 den Technik-Oscar für eine Innovation, die das Schneiden von Filmen erleichtert.
In die Zukunft blickt Lazaridis daher optimistisch. Der Mobilfunk-Markt sei noch lange nicht ausgereizt. RIM habe sich nie auf den Lorbeeren ausgeruht und sei auch für den chinesischen Markt gerüstet: "Wir sind hochprofitabel und technologisch ganz vorn", so Lazaridis selbstbewusst. Und fast angriffslustig ergänzt er: "Unterschätzen Sie uns nicht."

(Dorothee Monreal)

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  • Najaaa Zuletzt kommentiert von shire am 10.01.2010 um 19:03 Uhr
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