News

BlackBerry-Chef Chen: "Kein Geld für Angry Birds"

BlackBerry-Chef Chen sieht die Zukunft des angeschlagenen Konzerns im Business-Bereich. Man werde jedenfalls kein Geld mehr dafür ausgeben, die aktuellste Angry-Birds-Version zu unterstützen. Einen Verkauf der Gerätesparte schloss Chen kategorisch aus - zumindest vorerst.

12.04.2014, 14:01 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Mit einer sehr vorsichtigen Formulierung macht BlackBerry-Chef John Chen wieder von sich reden: BlackBerry könnte sich irgendwann vom Geschäft mit den Smartphones zurückzuziehen, sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Die Voraussetzung sei allerdings, dass dieser Bereich langfristig unprofitabel bleibe.

Latte nicht zu hoch gelegt

Zehn Millionen verkaufte Geräte im Jahr würden bereits reichen, um einen Gewinn erwirtschaften zu können; derzeit setzt BlackBerry pro Quartal allerdings weniger als zwei Millionen Smartphones ab.

Nichtsdestotrotz gebe es aktuell keinerlei Pläne, die Gerätesparte zu veräußern, unterstrich Chen nur einen Tag nach dem Reuters-Interview auf dem hauseigenen Blog. Dies stehe in absehbarer Zeit nicht zur Debatte. Dahingehende Aussagen seien von Reuters aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Kein Geld für Angry Birds

BlackBerry macht zwar immer noch Verluste, hat aber auch große Barreserven. Derzeit gebe es noch einen positiven Cash-Flow, so Chen. Nach Ablauf des aktuellen Finanzjahres im Februar 2015 müssten aber auch wieder Gewinne erwirtschaftet werden.

Der Privatkundenmarkt rückt dabei wieder in den Hintergrund. "Wir werden keinerlei Geld mehr dafür ausgeben, die aktuellste Angry-Birds-Version zu unterstützen", erklärte Chen. Ziel sei es vielmehr, das Vertrauen der traditionell für BlackBerry äußerst wichtigen Geschäftskunden zurückgewinnen. Dabei sollen künftig Firmen aus Branchen im Vordergrund stehen, in denen sichere Kommunikation eine hohe Priorität habe.

M2M-Lösungen und Kooperationen

Seit seinem Amtsantritt Ende 2013 hat Chen viel verändert: Große Teile des Managements ausgetauscht und Kosten reduziert. Auch ein Deal mit Foxconn wurde eingefädelt, wonach nicht nur die Produktion der Smartphones ausgelagert wird, sondern ebenfalls die Entwicklung der einfacheren Geräte. Darüber hinaus wolle man Lösungen für die automatisierte Geräte-Kommunikation untereinander (M2M) entwickeln.

"Wir interessieren uns nicht nur für die Steuerung von BlackBerry-Geräten. Wir wollen alle Geräte verwalten, die miteinander in Verbindung treten sollen", so Chen. Um hier erfolgreich zu sein, müsse BlackBerry aber künftig auch mit anderen Unternehmen kooperieren.

(Peter Giesecke)

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang