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BKA zerschlägt Phishing-Bande

Insgesamt zehn Tatverdächtige im Alter zwischen 20 und 36 Jahren wurden in verschiedenen deutschen Städten festgenommen. Sie sollen unter anderem für gefälschte E-Mails verantwortlich sein, die im Namen von eBay, 1&1 und der GEZ verschickt wurden.

14.09.2007, 10:40 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Dem Bundeskriminalamt (BKA) ist im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bonn ein Schlag gegen eine international agierende Phishing-Bande gelungen. Insgesamt zehn Personen seien bei der Durchsuchung von neun Wohn- und Geschäftsräumen festgenommen worden, teilte das BKA mit.
Lange Ermittlungsarbeit
Insgesamt habe das BKA 18 Monate gegen die Betrüger ermittelt, bevor am vergangenen Dienstag in Bad Homburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Elmshorn der Zugriff erfolgte. Den Tatverdächtigen wird vorgeworfen, Kontozugangsdaten und Transaktionsnummern (TAN) deutscher Bankkunden ausgespäht und zu illegalen Finanztransaktionen in das Ausland genutzt zu haben. Der verursachte Gesamtschaden soll bei mehreren hunderttausend Euro liegen.
Neben deutschen Staatsangehörigen haben die Beamten auch Tatverdächtige aus Russland und der Ukraine ermittelt. Bei den Inhaftierten handelt es sich um zwei Frauen im Alter von 22 und 23 Jahren sowie um sechs Männer im Alter von 20 bis 36 Jahren. Sie sollen die Bankdaten der betroffenen Internetnutzer über massenhaft versandte E-Mails, denen ein Trojaner angehängt war, ausgespäht haben. Die gefälschten E-Mails wurden unter anderem im Namen der Deutschen Telekom, von eBay, 1&1, der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) sowie des BKA getarnt.
Kriminelle Energie
Mit den erbeuteten Daten wurden Überweisungen von Geldbeträgen von den Bankkonten der Opfer auf Konten zuvor eigens angeworbener Mittelsmänner, so genannter Finanzagenten, vorgenommen. Diese Finanzagenten überwiesen die Geldbeträge abzüglich einer Provision nach Russland und in die Ukraine. Dort wurden die Geldbeträge über eine ausgeklügelte Kombination von Dienstleistern im Bereich des electronic payment weitergeleitet und gingen schließlich auf ausländischen Konten ein, die zuvor durch die Täter unter Verwendung von Falschpersonalien eröffnet worden waren. Schließlich konnten die Täter an deutschen Geldausgabeautomaten über die Geldbeträge verfügen.
Der Staatsanwaltschaft Bonn und dem BKA gelang es, in Zusammenarbeit mit deutschen Bankinstituten einen Großteil illegaler Finanztransaktionen zu erkennen und zu unterbinden. Dennoch erzielte die kriminelle Vereinigung beträchtliche Gewinne, die den Tatverdächtigen einen luxuriösen Lebensstil mit Reisen sowie dem Kauf von Schmuck und teuren Autos gestatteten, heißt es seitens des BKA weiter.

(Hayo Lücke)

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