Security

BKA warnt vor wachsender Cyber-Kriminalität

Im Internet steht die Strafverfolgung vor neuen Problemen. Laut Experten fehlen die Mittel zur Bekämpfung der Cyberkriminalität.

22.11.2014, 15:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Die wachsende Internetkriminalität stellt die Polizei vor immer größere Probleme. "Die Lampe, mit der wir Licht ins Dunkel zu bringen versuchen, wird schwächer", sagte die BKA-Abteilungsleiterin für organisierte Kriminalität, Sabine Vogt, am Donnerstag bei einer Expertentagung in Mainz. "Sie ist an einigen Stellen schon erloschen."

Expertin will Online-Durchsuchungen

Cybercrime als Teil der organisierten Kriminalität sei Realität, sagte Vogt. Das Center for Strategic and International Studies gehe für 2013 von 575 Milliarden Dollar (rund 460 Mrd. Euro) Schaden weltweit aus. Das entspreche etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Schweden 2013. Die Expertin forderte ausreichend rechtliche Möglichkeiten für Online-Durchsuchungen.

Die Bandbreite der Kriminalität im Netz ist laut Europol riesig: Kreditkartenbetrug, Drogen- und Waffenhandel, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Extremismus, Terrorismus, Spionage.

"Es gibt keine Online-Streife"

"Online kann wirklich jeder Cyber-Krimineller werden", beklagte Troels Oerting - er ist bei der Polizeibehörde Europol der Chef des Europäischen Zentrums zur Bekämpfung der Cyberkriminalität. Die Täter seien schwierig zu verfolgen. Nur vier Prozent der Webseiten seien erfasst. Heutzutage könnten zahlreiche Computer weltweit auf einen Schlag manipuliert werden, etwa beim Kreditkartenbetrug. "Es gibt keine Online-Streife." Mit mehr Vorsorge, Schutz und der Hilfe aller Staaten könne man Cybercrime aber handhaben.

Außerdem lasse die internationale Rechtshilfe zu wünschen übrig: "Wir kommen nicht hinterher." Derzeit werde ein Petabyte Daten geprüft, das entspreche 400 Millionen Aktenordnern mit je 500 Blatt.

(Peter Giesecke)

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