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BKA: Hunderttausende Opfer der Internet-Mafia

Cyberkriminelle im Internet organisieren sich immer professioneller. Insbesondere Trojaner seien eine gefährliche Waffe, die Polizei muss bei der Tätersuche ständig technisch aufrüsten.

20.01.2009, 14:31 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Von der wachsenden Internet-Kriminalität sind nach Einschätzung von Sicherheitsexperten bereits hunderttausende Deutsche betroffen. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, sprach am Dienstag von "einigen hunderttausend Menschen", die mit derartigen Verbrechen in Berührung gekommen seien. Zunehmend würden herkömmliche Straftaten durch professionellen und organisierten Betrug oder Datendiebstahl im Internet ersetzt, sagte Ziercke beim "Forum Sicherheit 2009" zur Computerkriminalität in Berlin. Die Täter würden sich inzwischen "ausgefeilter und modernster Technik" bedienen, die die Polizei vor immer schwierigere Aufgaben stelle.
Trojaner als gefährliche Waffe
Ziercke sieht besonders sogenannte Trojaner als neue gefährliche Waffe der Internet-Kriminellen. Dabei werden Schadprogramme über Spam-Mails auf privaten Computern installiert. Die Programme arbeiten unsichtbar und spähen Kontodaten aus und übermitteln sie nach außen. Immer häufiger würden solche Programme auch heimlich auf ungeschützten Handys installiert, sagte Ziercke. Kontinuierlich müsste die Polizei technisch aufrüsten, um dagegenzuhalten. Die Strafverfolgung sei "sehr schwierig". Besonders aus Osteuropa würden organisierte Banden zuschlagen. "Das Phishing hat längst nicht mehr nur die Erlangung klassischer Online-Banking-Daten zum Ziel; die Täter von heute interessieren sich für alle Arten von Zugangsdaten, mit denen sie Verfügungen im Internet vornehmen können", so Ziercke weiter.
Viele Rechner sind nur unzureichend gesichert
Der Präsident des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Udo Helmbrecht, beklagte "erschreckend" viele Sicherheitslücken bei Firmencomputern und privaten Rechnern. Laut dem Bundesverband der Informationswirtschaft erlitten bereits sieben Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren einen finanziellen Schaden - zum Beispiel durch Viren, Internet-Auktionen oder beim Online- Banking. Nötig seien spezielle Staatsanwaltschaften, die sich um organisierte Kriminalität im Internet kümmerten, forderte Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied von BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien).

(Jörg Schamberg)

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