Steuer 2020

Bitkom: Zahl der Online-Steuererklärungen ist um 3 Prozent gestiegen

Online-Steuererklärung sollen sowohl das Finanzamt als auch die Steuerzahler entlasten. Immer mehr Deutsche entscheiden sich dafür, die Erklärung über das Netz abzugeben, bestätigt auch der Digitalverband Bitkom. Dafür gibt es mehrere Mittel und Wege.

Diana Schellhas, 01.07.2020, 16:29 Uhr
SteuererklärungBei der Online-Steuererklärung können Verbraucher zwischen Steuerprogrammen, Download-Software und beispielsweise mobile Apps wählen.© m.schuckart / Fotolia.com

Immer mehr Bundesbürger machen Schluss mit der Zettelwirtschaft und reichen ihre Steuerklärung einfach online beim Finanzamt ein. 23,8 Millionen Steuerzahler gaben ihre Einkommenssteuererklärung für das Steuerjahr 2018 über das Internet ab. Das ist ein Anstieg um 3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 23,1 Millionen Online-Steuererklärungen. Das berichtet der Digitalverband Bitkom auf Basis von Daten der Finanzverwaltung, die den Online-Dienst Elster betreibt.

"Während die Digitalisierung der Verwaltung insgesamt nur langsam vorankommt, ist die Online-Steuererklärung ein Vorzeigebeispiel für einen bürgerorientierten digitalen Staat. Wer mit dem Finanzamt elektronisch kommuniziert, spart Aufwand, Zeit und Nerven – so sollte es bei allen Verwaltungsdienstleistungen sein", sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Bei Gewerbetreibenden akzeptiere die Finanzbehörden mittlerweile ausschließlich elektronische Steuererklärungen. Bei Privatpersonen sei das dagegen grundsätzlich keine Pflicht. Ein großer Teil nutze Software-Angebote kommerzieller Anbieter oder schalte Steuerberater ein. "Um Elster weiter voranzubringen, sollte die Finanzverwaltung intensiver mit privaten Anbietern zusammenarbeiten, insbesondere bei den Schnittstellen zur Datenübermittlung", ergänzt Berg.

Abgabefrist bis Ende Juli: verschieben wegen Corona möglich

Ende Juli endet die Abgabefrist für Einkommenssteuererklärungen für das Steuerjahr 2019, führt der Verband weiter aus. Wer seine Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellen lasse, habe bis zum 1. März 2021 Zeit, weil der 28. Februar auf ein Wochenende falle. Wer die Frist verpasse, dem drohe ein Verspätungszuschlag. Wer jedoch aufgrund der Corona-Krise nicht in der Lage ist, die Abgabefrist einzuhalten, könne beim zuständigen Finanzamt mit formlosem Schreiben eine Fristverlängerung beantragen. Das Schreiben sollte die eigene Steuernummer und eine Begründung für die Fristverlängerung enthalten.

Belege nur aufbewahren, nicht mitsenden

Belege und separate Aufstellungen müssten Arbeitnehmer grundsätzlich nicht mehr an das Finanzamt versenden. Es reiche aus, wenn diese für mögliche Rückfragen aufbewahrt würden. Denn die meisten für die Besteuerung wichtigen Nachweise würden von Dritten, etwa Arbeitgebern, Banken und Sozialversicherungen, in digitaler Form an die Finanzverwaltung übermittelt und könnten automatisch in die Steuererklärung übernommen werden. Damit ist die Bearbeitung der Steuererklärung in der Regel durchgängig elektronisch und automatisch möglich.

Online-Steuererklärung über Apps und browserbasiert

Bei der Online-Steuererklärung hätten Verbraucher die Wahl zwischen Steuerprogrammen, die von klassischer Download-Software über mobile Apps bis zu browserbasierten Lösungen reichen. Privatwirtschaftliche Anbieter legen großen Wert auf Nutzerorientierung und geben zusätzliche Tipps zum Steuersparen. Aktuell könnten außerdem das Programm Elster-Formular oder Mein Elster von der Finanzverwaltung genutzt werden. Das Programm Elster-Formular biete die Finanzverwaltung in diesem Jahr zum letzten Mal an.

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