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BITKOM-Umfrage: Zwölf Millionen schicken täglich private E-Mails

Sie galt einmal als bequemes Helferlein, schneller als ein Brief und dennoch im Schriftformat. In vielen Unternehmen sind E-Mails inzwischen nahezu verpönt, rauben einen Großteil des Arbeitstages. Im Privatleben zeigt sich, dass die Echtzeit-Messenger der E-Post zunehmend ans Leder gehen.

14.10.2014, 16:48 Uhr
Welt© Julien Eichinger / Fotolia.com

Im Internet wird’s eng – kein Wunder, wenn man den steigenden Daten-Traffic verfolgt. Videostreaming macht dabei den größten Posten aus, aber auch der E-Mail-Verkehr ist gewaltig. Und das besonders im Berufsumfeld: Bei jeder beruflichen E-Mail-Adresse in Deutschland gehen einer BITKOM-Umfrage zufolge im Durchschnitt 18 E-Mails pro Tag ein. Jeder zehnte Berufstätige mit dienstlichem E-Mail-Konto erhält täglich sogar 40 oder mehr Nachrichten.

E-Mails rauben Großteil des Arbeitstags

2011 wurden durchschnittlich pro Tag nur elf dienstliche E-Mails empfangen, gerade einmal 6 Prozent der Berufstätigen erhielten mehr als 40 E-Mails pro Tag. Gab damals ein Drittel der Berufstätigen (33 Prozent) an, über keine dienstliche E-Mail-Adresse zu verfügen, so sind es heute nur noch 17 Prozent.

Fazit: Das Mail-Aufkommen hat sich zuletzt massiv erhöht, obwohl das Thema der zunehmenden Belastung der Beschäftigten bis hin zum Burnout bei Gewerkschaften wie der IG Metall und auch in vielen Unternehmen inzwischen ernst genommen wird. Manche Firmen setzen wieder verstärkt auf verbale Kommunikation per Meeting oder Telefon, oder kappen wie der Automobilkonzern VW Mitarbeitern mit einem Firmen-Smartphone nach Feierabend den E-Mail-Eingang und versuchen, die Anzahl der E-Mails zu reduzieren.

Ein Drittel sieht nahes Ende der Mail

Aber auch im privaten Umfeld hat die E-Mail längst noch nicht ausgedient. Täglich schicken allein zwölf Millionen Personen private E-Mails, von geschäftlichen ganz zu schweigen. Das ist jeder fünfte Internet-Nutzer (22 Prozent) über 14 Jahren. Das hat der Branchenverband BITKOM anhand einer aktuellen repräsentativen Umfrage herausgefunden.

Bei den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren ist es jeder Vierte – obwohl diese Gruppe zuzüglich via Messenger wie Whatsapp und Facebook und Co kommunizieren dürfte.

12 Prozent mailen der Umfrage zufolge täglich privat, 11 Prozent einmal täglich und 28 Prozent immerhin einmal pro Woche. Nur 2 Prozent kommunizieren niemals privat per Mail und 7 Prozent besitzen keinen privaten Mail-Account.

Angesichts des rasanten Erfolgs der Messenger erklärt sich wohl auch, warum 42 Prozent der befragten E-Mail-Nutzer davon ausgehen, dass sie in zehn Jahren kaum noch privat E-Mails nutzen werden.

Dabei könnte die E-Mail bereits angezählt sein. Ein gutes Drittel der Bevölkerung glaubt laut Umfrage, dass die E-Mail mittelfristig von den Bildschirmen verschwinden wird.

(Dorothee Monreal)

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