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BITKOM: Sommerhitze zwingt Server in die Knie

Da die hohen Sommertemperaturen den Rechenzentren zu schaffen machen, steigt nach Angaben des Branchenverbands BITKOM die Nachfrage nach professionellen Klimatisierungslösungen.

15.07.2010, 14:01 Uhr (Quelle: DPA)
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Alle reden über das Wetter, auch die Betreiber von Rechenzentren. Bei ihnen sei die Nachfrage nach Klimatechnik stark gestiegen, teilte der IT-Branchenverband BITKOM am Donnerstag nach einer Umfrage unter Mitgliedsfirmen mit. In den kleineren der insgesamt rund 53.000 Rechenzentren in Deutschland (in über 60 Prozent stehen weniger als 10 Server) kommen demnach bislang nur selten Hightech-Klimaanlagen zum Einsatz.

Nicht für so hohe Außentemperaturen ausgelegt

Normale "Komfort-Klimaanlagen" für den Hausgebrauch schaffen ein Raumklima, das vor allem für Personen angenehm und daher eher trocken ist. IT-Systeme benötigen hingegen einen höheren Luftdurchsatz und eine genau regulierte Luftfeuchtigkeit. Sehr trockene Luft kann im Rechenzentrum zu statischen Aufladungen und damit zu Fehlfunktionen in den Rechnern führen, zu feuchte Luft kann Kurzschlüsse verursachen.

Oft seien die Serverräume nicht auf hohe Außentemperaturen ausgelegt, erklärte der Verband. "Mittelfristig sollten sich Unternehmen überlegen, die IT-Kühlung dauerhaft an die veränderten Klimabedingungen anzupassen", riet der BITKOM-Experte für IT-Infrastruktur, Holger Skurk. Es sei zu erwarten, dass es zu einer Zunahme von extremen Hitzewellen kommen werde. Deswegen seien die Verantwortlichen vieler Rechenzentren inzwischen dazu übergegangen, ihre Anlagen für eine Außentemperatur von 40 Grad Celsius statt der bisher üblichen 32 Grad auszulegen. Die Anlagen benötigen bei 40 Grad rund ein Fünftel mehr an elektrischer Energie als bei 30 Grad Celsius. Derzeit werden mindestens 20 Prozent des Energieverbrauchs eines Rechenzentrums für die Kühlung ausgegeben. Bei einigen Anlagen erreicht der Wert bis zu 60 Prozent.

Klimatisierung verbraucht rund 3 Terawattstunden

Den Stromverbrauch aller Klimatisierungen in den deutschen Rechenzentren liegt nach Berechnungen des Verbandes in Zusammenarbeit mit dem Borderstep-Institut bei rund 3 Terawattstunden (TWh) jährlich - so viel Strom produziert ein mittelgroßes Kohlekraftwerk in einem Jahr. Ungefähr die Hälfte dieser Strommenge ließe sich durch Optimierungen einsparen.

(Michael Posdziech)

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