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Bitkom: Neue Datenschutzgesetze für das Internet

Der Hightech-Verband Bitkom fordert nicht nur angesichts der sich häufenden Datenskandale eine Runderneuerung der Datenschutzgesetze. Gerade junge Leute geben im Internet oft private Daten preis.

28.01.2009, 19:08 Uhr
Internet© Gina Sanders / Fotolia.com

Am Mittwoch wird zum dritten Mal der vom Europarat ins Leben gerufene Europäische Datenschutztag begangen. Bei den Bürgern Europas soll dieser Tag das Bewusstsein für den Schutz von Daten stärken. Bereits am 28. Januar 1981 hatte der Europarat damals die Europaratskonvention 108 zum Datenschutz unterzeichnet. Doch seitdem ist viel Zeit ins Land gegangen, in regelmässigem Rhythmus wird die Öffentlichkeit von einem neuen Datenskandal, wie jüngst mit 21 Millionen gestohlenen Bankdaten, erschüttert.
Veraltete Datenschutzgesetze
Sind die Daten also nicht ausreichend geschützt? Der Hightech-Branchenverband Bitkom hat anlässlich des Datenschutztages eine Erneuerung der bestehenden Datenschutzgesetzgebung gefordert. "Das deutsche Datenschutzrecht stammt aus dem Zeitalter der Lochkarten und Wählscheiben-Telefone", sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Die moderne EDV und das Internet sei von den bestehenden Gesetzen nicht ausreichend abgedeckt. "Wir brauchen endlich eine umfassende Anpassung an das digitale Zeitalter. Oberflächliche Änderungen nach Fällen von Datenmissbrauch genügen nicht", so Scheer weiter.
Mehr Transparenz über die Speicherung der eigenen Daten
Im Vordergrund bei der Behandlung der Daten müsse immer der Verbraucher stehen. Nur er alleine dürfe selbst bestimmen, was mit seinen Daten geschehe. Mehr Transparenz sei unbedingt erforderlich. Die Verbraucher müssten jederzeit wissen, wer welche Daten zu welchem Zweck nutzen will. Zudem sollten besonders sensible Daten wie Kontoverbindungen und persönliche Gesundheitsdaten besser geschützt werden. "Heute ist eine Kontoverbindung rechtlich nicht mehr oder weniger geschützt als die Schuhgröße des Bankkunden", erläuterte Scheer.
Ein Schritt hin zu einem besseren Umgang mit Daten sieht der Bitkom-Verband in dem freiwilligen Datenschutz-Audit, das von der Bundesregierung angedacht worden ist. Unternehmen, die mehr für den Datenschutz tun als erforderlich könnten ein spezielles Datenschutzsiegel erhalten. Ein solches Verfahren müsse allerdings unbürokratisch ablaufen, damit es auch den Interessen der Hightech-Industrie gerecht werde.
Jugendliche sind zu sorglos im Umgang mit ihren Daten
Doch auch die einzelnen Verbraucher benötigten mehr Informationen zum Schutz ihrer Daten beim Surfen im Internet. Gerade junge Leute geben oft allzu sorglos selbst äußerst private Daten im Internet preis. Laut Bitkom verfüge jeder zweite Jugendliche und junge Erwachsene über ein eigenes Profil im Netz.
Dabei können im späteren Leben im Internet gespeicherte Jugendsünden zum Problem werden. Oft können dann die im weltweiten Netz verstreuten Daten nur noch von darauf spezialisierten kommerziellen Diensten gegen Bares gelöscht werden.

(Jörg Schamberg)

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