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BITKOM: Kritik an Datenschutz für Geodatendienste

Der Branchenverband BITKOM hat die Forderungen der Datenschutzbeauftragten in Zusammenhang mit der Einigung zu einem Vorabwiderspruch bei Microsofts Panoramadienst Streetside kritisiert. Die Datenschützer würden dem Datenschutz einen "Bärendienst" erweisen.

10.06.2011, 11:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Nach der Einigung von Microsoft mit den zuständigen Datenschützern für dessen Panoramadienst Streetside hat der Branchenverband BITKOM die Forderungen der Datenschutzbeauftragten kritisiert. Mit dem aktuell durchgesetzten Vorabwiderspruch für Bing Streetside erwiesen die Datenschützer dem Schutz von Daten einen "Bärendienst", sagte Verbandspräsident August-Wilhelm Scheer am Donnerstag laut einer BITKOM-Mitteilung. Zudem laufe diese Praxis Gefahr, dass kleine und mittelständische Unternehmen kaum noch eine Chance hätten, im Wettbewerb mitzuspielen.

Hoher Datenschutzaufwand für kleine Unternehmen nicht tragbar

Nach langem Drängen der Datenschützer hat Microsoft am Donnerstag eine auf zwei Monate begrenzte Vorab-Widerspuchsfrist für die Einstellung von Bildern in seinen neuen Panoramadienst Bing Streetside angekündigt. "Wir haben Verständnis dafür, dass Microsoft nunmehr auf Druck von Datenschützern und Politikern auf freiwilliger Basis eine Vorabwiderspruchsmöglichkeit bei seinem Geodatendienst Bing anbietet", sagte Scheer. Dies sei für große, international aufgestellte Unternehmen durchaus leistbar. Mittelständische deutsche Anbieter könnten den hohen Aufwand, den dieses Verfahren mit sich bringt, aber in der Regel überhaupt nicht leisten.

"Datenschützer und Politiker lassen bei ihren mantraartig vorgetragenen Forderungen außer Acht, dass dabei unvermeidlich große Mengen persönlicher Daten anfallen", sagte Scheer. Die Bearbeitung solcher Vorabwidersprüche per Fax, E-Mail und Post müsse vielfach in großer Zahl auch händisch erledigt werden. Und neben der Adresse müssten viele detaillierte Angaben eingeholt werden, um ein bestimmtes Haus zu identifizieren. "Dem Datenschutz erweist man damit einen Bärendienst."

ITK-Industrie setzt auf Datenschutzkodex und Selbstverpflichtungserklärung

Die ITK-Industrie hatte sich deshalb mit der Politik auf eine einen Datenschutzkodex und eine Selbstverpflichtungserklärung verständigt. Diese würde es auch kleineren Unternehmen ermöglichen, eigene Angebote ins Netz zu stellen. Im Kodex ist neben den normalen Widerspruchsmöglichkeiten über die verschiedenen Dienste auch eine zentrale Website vereinbart, über die Bilder von Panoramadiensten schnell gefunden werden können.

(Jörg Schamberg)

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