News

BITKOM: 25 Prozent der Internetnutzer zahlen für redaktionelle Inhalte im Netz

Immer mehr Verlage errichten Bezahlschranken für ihre Online-Angebote. Laut einer Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM zahlt bereits jeder vierte deutsche Internetnutzer für einzelne Artikel oder per monatlichem Abonnement.

13.01.2014, 18:08 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Das Internet gilt als das schnellste Informationsmedium: Noch bevor Tageszeitungen in ihrer Print-Ausgabe über das aktuelle Geschehen berichten können, finden sich die Informationen bereits ausführlich in der jeweiligen Online-Ausgabe im Netz. Wurden die journalistischen Angebote bislang meist kostenlos angeboten, werden inzwischen immer häufiger sogenannte Bezahlschranken errichtet. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger haben bereits 74 Online-Angebote von Zeitungen entsprechende kostenpflichtige Abrufmöglichkeiten eingeführt. Doch sind die Deutschen überhaupt bereit, für redaktionelle Inhalte im Netz zu bezahlen? Laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts ARIS im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM sollen 25 Prozent der Internetnutzer in Deutschland bereits für journalistische Inhalte im Internet zahlen. "Die so genannte Kostenloskultur im Internet ist weniger stark ausgeprägt als immer wieder angenommen wird", sagt BITKOM-Vizepräsident 
Achim Berg.

13,60 Euro durchschnittlich für Online-Journalismus

Mit 31 Prozent zeigt sich die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen laut der Umfrage am häufigsten dazu bereit, für redaktionellen Content im Netz Geld zu bezahlen. Dagegen würden nur 13 Prozent der Internetnutzer über 65 Jahren kostenpflichtige Nachrichtenangebote im Internet nutzen." Jeweils 17 Prozent der Befragten zahlen entweder für einzelne journalistische Beiträge oder haben ein monatliches Abonnement abgeschlossen.

Im Durchschnitt geben die Internetnutzer hierzulande 13,60 Euro monatlich für solche Online-Angebote aus. "Viele Verbraucher sind bereit, auch für interessante redaktionelle Inhalte im Web zu bezahlen, wenn sie einen angemessenen Preis haben und sich bequem abrechnen lassen", erläutert Berg.

Das Potential für die journalistischen Inhalte im Netz sei noch nicht ausgeschöpft. Mit 31 Prozent sei fast ein Drittel derjenigen, die bislang noch kein Geld für solchen Content ausgegeben haben, grundsätzlich bereit, für Nachrichten, Reportagen und Dokumentationen im Internet zu zahlen. Laut BITKOM seien dies somit zwölf Millionen potentielle Kunden für die Verlage.

Mehrheit der Internetnutzer lehnt Bezahlschranken ab

Andererseits: Drei Viertel der deutschen Internetnutzer haben bislang noch nicht gezahlt, 61 Prozent dieser Nichtzahler wollen auch künftig kein Geld für solche Inhalte ausgeben. Als Hauptmotiv nennt der Großteil (65 Prozent) das umfangreiche kostenlose Angebot von journalistischen Inhalten im Netz. Ob dies auch künftig so bleibt, ist fraglich. Bereits 2010 sah der Axel Springer-Verlag ein baldiges Ende der Gratiskultur im Internet, Bezahlschranken finden sich bei immer mehr Online-Angeboten.

Keinen Cent wert sind 44 Prozent der Befragten die redaktionellen Inhalte, da die Qualität sie nicht überzeugte. Als zu teuer stufen 34 Prozent der Umfrageteilnehmer einzelne Artikel oder Abos ein. Und auch bei der Abwicklung der Abrechnung scheint noch Verbesserungsbedarf: 32 Prozent der Nichtzahler erscheint das Bezahlen im Internet als zu kompliziert.

Die Verlage setzen auf unterschiedliche Bezahlangebote. Während die Redaktionen bei dem am weitesten verbreiteten Freemium-Modell selbst entscheiden, welcher Inhalt kostenpflichtig ist, erlaubt das Meetered-Modell nur den kostenfreien Abruf einer bestimmten Anzahl von Artikeln. Schließlich stellen einzelne Verlage sogar sämtliche Inhalte nur noch kostenpflichtig ins Netz.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang