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Bing Maps integriert OpenStreetMap-Karten

Microsoft hat seinen Kartendienst Bing Maps um ein weiteres Detail bereichert. In der US-Version ist es ab sofort möglich, Material der freien Wiki-Kartenlösung "OpenStreetMap" zur Anzeige auszuwählen.

03.08.2010, 13:01 Uhr
Browser© Diego Cervo / Fotolia.com

Das 2004 gegründete Projekt OpenStreetMap (OSM) ist Kartografie nach Wikipedia-Art. Im Gegensatz zu etablierten Anbietern wie Google Maps basiert die freie Kartenlösung auf der Mitarbeit von Internetnutzern. Jeder kann, darf und soll sich an der Aktualisierung von Karten seiner persönlichen Umgebung beteiligen. Im Ergebnis entsteht so ein immer genaueres Abbild der Welt, das sich kosten- und lizenzfrei verwenden lässt – und sei es nur, um etwa eine Anfahrtsskizze zur nächsten Party zu verbreiten. Auch Microsoft hat die Vorteile der freien Kartenlösung erkannt. Ab sofort gibt es OpenStreetMap daher auch als zuschaltbares Map App für Bing Maps, so das Bing Maps Blog.

Nur in der US-Version von Bing Maps

Genutzt wird dabei die OSM-Karte Mapnik. Zu finden ist die neue Option als letzter Neuzugang allerdings nur in der US-Version von Bing in der Liste der bereits mehr als 40 verfügbaren Map Apps, mit denen sich Bing Maps um zahlreiche Funktionen erweitern lässt. Sobald die OSM-App das erste Mal aktiviert wurde, steht sie als Option automatisch im Kartenmenü am unteren Bildschirmrand zur Verfügung. Dort kann anschließend per Mausklick zwischen der OSM-Karte und den sonstigen Ansichten wie etwa der klassischen Bing-Karte oder der Vogelperspektive gewechselt werden.

Mit der Einbindung von OpenStreetMap in Bing Maps setzt Microsoft einen weiteren Akzent im Dauer-Wettstreit mit Google und sichert sich das Potenzial der weltweit aktiven OSM-Gemeinde. Dort kommt die Integration der eigenen Arbeit hingegen nicht überall gut an, obwohl sie der Initiative einen gesteigerten Bekanntheitsgrad und Millionen neuer Nutzer verschafft. Die mögliche Vereinnahmung durch einen der weltgrößten Software-Konzerne sorgt offenbar für Unbehagen und Abwehrreflexe. So kommentierte etwa ein OSM-Aktivist den Microsoft-Vorstoß lediglich mit den Worten: "Wer braucht noch Feinde, wenn er solche Freunde hat?"

(Christian Wolf)

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