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Billigflieger müssen Zahlung kostenlos anbieten

Der Billigflieger Ryanair verlangte bisher saftige Gebühren für die Kreditkartenzahlung. Damit soll jetzt Schluss sein - der VZBV klagte erfolgreich gegen dieses Vorgehen.

16.06.2009, 14:53 Uhr
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Jeder, der schon einmal mit der Billig-Fluglinie Ryanair geflogen ist, dürfte sich am Ende der Online-Buchung darüber gewundert haben, wieso trotz Kreditkartenzahlung eine Gebühr in Höhe von mehreren Euro anfällt. Diese sinnfreie Abgabe stellte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) durch eine Klage in Frage und vermeldet jetzt eine aus Verbrauchersicht positive Entwicklung des Verfahrens.
Kreditkartengebühr adé
Die bisherige Zahlpraxis des Billigfliegers Ryanair über das Internet ist unzulässig. Dies hat das Berliner Kammergericht nach einer Klage des VZBV gegen Ryanair entschieden. Eine Zahlungsoption dürfe nur dann mit Kosten verbunden sein, wenn alternativ ein "etabliertes Zahlverfahren" zum Nulltarif angeboten werde. Etabliert deshalb, weil die Kreditkartenzahlung bei Ryanair mit einer kaum verbreiteten Visa-Electron-Karte durchaus kostenfrei möglich war - diese kostet pro Jahr zwischen 40 und 100 Euro Grundpreis.
Keine Gegenleistung
Ryanair berechnete pro gebuchtem Fluggast bisher eine Gebühr von vier Euro. Hinzu kam ein Entgelt in Höhe von 1,50 Euro, um überhaupt mit Kreditkarte zahlen zu können. Eine echte Gegenleistung für die anfallenden Kosten sei jedoch nicht erkennbar, begründeten die Richter das Urteil. Zumal keine Barzahlung möglich sei, liege die bargeldlose Zahlung im eigenen Interesse der Fluggesellschaft. Da Ryanair gesetzlich verpflichtet sei, die Zahlung für das Ticket anzunehmen, dürften keine gesonderten Unkosten auf den Fluggast zukommen.
Für gewöhnlich übliche Abläufe bei Flugreisen, beispielsweise den Check-In oder die Aufgabe von Koffern, kassieren viele Billigflieger extra. "Damit muss endlich Schluss sein", fordert Gerd Billen, Vorstand des VZBV. "Der Verbraucher muss auf den ersten Blick erkennen, wie teurer das angebotene Ticket ist." Aus diesem Grund kämpft der VZBV seit mehreren Jahren für mehr Transparenz und leitete schon 50 Abmahn- und Klageverfahren gegen Fluggesellschaften ein.

(Michael Müller)

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