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BILDmobil & Spiegel: Zahlen per Telefonrechnung

Das Mobilportal von bild.de bietet ab sofort regionale Inhalte gegen Gebühr. Bezahlt wird per Telefonrechnung. Ähnliche Wege geht "Der Spiegel" mit seiner E-Paper-Ausgabe. Telekom-Kunden profitieren besonders.

04.03.2010, 11:23 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Der Axel Springer Verlag hat erneut sein Angebot an kostenpflichtigen Onlineinhalten erweitert. Ab sofort haben Handybesitzer die Möglichkeit, auf dem Mobilportal von bild.de (http://wap.bild.de) regionale Nachrichten gegen Entgelt abzurufen. Die Bezahlung erfolgt per Telefonrechnung über den jeweiligen Mobilfunkanbieter. Zusätzlich wird es sowohl bei BILDmobil als auch dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" eine exklusive Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom geben. Dies verkündeten Springer-Chef Mathias Döpfner, Telekom-Chef René Obermann und Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron am Mittwoch auf der CeBIT.

Telekom-Kunden erhalten Exklusivrabatte

Bei BILDmobil erhalten Abonnenten Zugriff auf einen Premium-Bereich, der lokale Inhalte aus zwölf großen deutschen Städten und Regionen bietet. Pro Tag kostet die Nutzung 19 Cent. Wer ein Wochen-Abo abschließt, zahlt 79 Cent. Für den gesamten Monat verlangt BILDmobil 2,99 Euro. Die rund 40 Millionen T-Mobile-Kunden zahlen in einer dreimonatigen Einführungsphase lediglich 14 Cent am Tag. Das Wochen-Abo kostet 99 Cent, für einen Monat werden 1,99 Euro fällig. Die neue Ausgabe des "Spiegel" wird hingegen zukünftig bereits am Samstag ab 22 Uhr als E-Paper bei T-Online im Internet abrufbar sein. Dabei erhalten Kunden von t-online.de mittels ihrer Zugangsdaten Zugriff und zahlen über die monatliche Rechnung. Zum Start erhalten Telekom-Kunden bis Ende März 50 Prozent Rabatt pro Ausgabe. Statt den regulären 3,80 Euro beträgt der Preis in dieser Zeit so lediglich 1,90 Euro.

Paid Content ist eine "Schicksalsfrage"

Beide Verlagsvertreter begründeten ihren Schritt mit unzureichenden Anzeigenerlösen und der Notwendigkeit zu einfacheren Bezahlmodellen im Web. Die Etablierung von kostenpflichtigen Inhalten im Internet sei eine "Schicksalsfrage" für langfristige Perspektiven von Profi-Journalismus in der digitalen Welt, so Döpfner. Die Telekom sei dafür der richtige Partner, da sie selbst keine inhaltlichen Ambitionen habe.

Spiegel-Chefredakteur von Blumencron teilte diese Sichtweise und verwies laut Branchenportal meedia.de ebenfalls auf das mangelnde Potenzial von Onlinewerbung. So erziele die hauseigene Nachrichtenplattform "Spiegel Online" nach rund 15 Jahren gerade einmal 20 Millionen Euro Umsatz jährlich. Dies sei enttäuschend, sagte von Blumencron. Derzeit hat "Spiegel Online" mit durchschnittlich rund 5,6 Millionen Nutzern pro Monat eine der höchsten Reichweiten im deutschsprachigen Internet.

(Christian Wolf)

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