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BILD-Bezahlschranke: Teaser-Text verstößt gegen Presserecht

Die Bezahlschranke der BILD-Zeitung im Internet hat erste presserechtliche Folgen. Da der Leser nicht mehr automatisch Zugriff auf den gesamten Text hat, werden jetzt an den Teaser presserechtlich höhere Maßstäbe angesetzt.

05.08.2014, 13:01 Uhr
Internet© Anterovium / Fotolia.com

Die Bezahlschranke der BILD-Zeitung im Internet hat erste presserechtliche Folgen. Da der Leser nicht mehr automatisch Zugriff auf den gesamten Text hat, werden jetzt an den Teaser presserechtlich höhere Maßstäbe angesetzt. Per Einstweiliger Verfügung wurde der BILD nun die Formulierung eines Teaser-Textes untersagt.

Sachverhalt verkürzt dargestellt

Das Landgericht Köln hat am 23. Juli geurteilt, dass ein Anrisstext zu einem Artikel im kostenpflichtigen Angebot BILD Plus nicht mehr allein stehen darf, da der Sachverhalt verkürzt dargestellt worden sei.

Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass in einem kurzen Teaser-Text nicht alle Informationen untergebracht werden können, die dann im langen Artikel zu finden sind. Solche Anrisstexte werden aber auch gerne überspitzt formuliert, um den Leser zu bewegen, einen kostenpflichtigen Zugang zu buchen.

Widerspruch eingelegt

Die BILD hatte über den ehemaligen Landtagsabgeordneten Daniel Mack berichtet, der angeblich beim Schwarzfahren erwischt worden sei, in dem Teaser aber keine entlastenden Argumente genannt.

Den gleichen Fehler hat die BILD aber auch im Artikel selbst gemacht. Eine vorliegende Stellungnahme von Mack wurde einfach unter den Tisch fallen gelassen.

Der Verlag Axel Springer hat gegen die Entscheidung Widerspruch eingelegt.

(Peter Giesecke)

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