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Bieterwettstreit um Dell: Blackstone gibt Kampf auf

Michael Dell kann wohl aufatmen: Mit Blackstone soll ein harter Rivale aus dem Rennen um den von ihm gegründeten PC-Konzern sein. Allerdings stieg der Finanzinvestor angeblich aus, weil er Zweifel an der Zukunft der Branche hat.

19.04.2013, 11:15 Uhr (Quelle: DPA)
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Michael Dell scheint wieder bessere Karten zu haben, den von ihm gegründenten PC-Hersteller zu übernehmen: Der Finanzinvestor Blackstone ist laut Medienberichten aus dem Bieterwettstreit um den PC-Hersteller Dell ausgestiegen. Blackstone habe sich angesichts des rückläufigen PC-Markts gegen ein verbindliches Angebot entschlossen, teilte Dell am Freitag mit. Am Freitag hatten bereits diverse Medien wie das "Wall Street Journal" und die Finanznachrichtenagentur Bloomberg über den Rückzug von Blackstone berichtet. Die Firma habe Zweifel gehabt, dass es eine profitable Investition werden würde, schrieb auch die "Financial Times". Offizielle Angaben gab es zunächst nicht.

Chancen von Michael Dell steigen

Damit steigen die Chancen von Firmengründer Michael Dell, den von ihm gegründeten Computerbauer zusammen mit Partnern zu übernehmen und von der Börse zu nehmen. Dell und der Finanzinvestor Silver Lake bieten rund 24,4 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro), die Offerte von Blackstone lag etwas darüber.

Den Informationen zufolge zeigte sich Blackstone in einem Brief an den Sonderausschuss des Dell-Verwaltungsrates besorgt über sinkende Gewinne des Unternehmens und war auch unglücklich darüber, dass ein großer Teil der Geldreserven außerhalb der USA liegt. Kommen diese Mittel in die USA, würden hohe Steuern fällig. Zudem habe Blackstone das Gefühl gehabt, nicht genug Fachwissen im eigenen Haus zu haben: "Wenn man einen Scheck über 1,8 Milliarden Dollar ausstellt, will man die Entscheidung nicht anderen überlassen", sagte ein beteiligter Bankmanager der "Financial Times".

Investor Carl Icahn weiter an Dell interessiert

Allerdings ist noch der Milliardär Carl Icahn im Rennen, der ebenfalls sein Interesse bekundet hat. Der als unbequem geltende Investor erklärte sich jedoch zuletzt bereit, direkt höchstens zehn Prozent von Dell zu übernehmen. Er könnte aber weiter versuchen, andere Interessenten ins Boot zu holen. Außerdem hatten bereits mehrere Großinvestoren das Übernahmeangebot von Michael Dell als zu niedrig kritisiert.

Dell ist der drittgrößte PC-Bauer der Welt. Gründer Michael Dell hofft, das Unternehmen ohne Druck der Börse radikaler umbauen zu können und fit für die Zukunft zu machen. Der Absatz von Notebooks und Desktop-Rechnern war im vergangenen Quartal den Marktforschern von IDC zufolge um fast 14 Prozent gefallen - so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebungen vor fast 20 Jahren. Immer mehr Nutzer greifen lieber zu Smartphones und Tablet-Computern. Dell leidet stark unter diesem Trend und hat bisher kaum etwas bei den neuen mobilen Geräten zu bieten.

Nach der Offerte von Michael Dell musste das Unternehmen auch anderen Interessenten eine Chance geben und Blackstone sowie Icahn nutzten diese Gelegenheit. Blackstone war auf der Suche nach einem Ersatz für Dell an der Konzernspitze, so dass der Firmengründer dann wahrscheinlich die Kontrolle über sein Lebenswerk verloren hätte.

(Jörg Schamberg)

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