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Bieter-Wettstreit um Kabel Deutschland entschieden: Liberty Global steigt aus

Unitymedia-Eigner Liberty Global zieht sich aus der Schlacht um Kabel Deutschland zurück und überlässt Vodafone das Feld. Das erklärte Liberty-Global-Chef John Malone gegenüber "Bloomberg". Vodafone will die KDG-Übernahme angeblich bereits im Oktober abschließen.

17.07.2013, 11:01 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Der Bieterwettstreit um Kabel Deutschland ist entschieden: Unitymedia-Eigner Liberty Global zieht sich zurück. Das erklärte Liberty-Global-Chef John Malone am Dienstagabend in einem Interview mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. "Wir wünschen Vodafone viel Glück. Wir hoffen, dass sie ein guter Mitreisender im Kabelgeschäft werden", erklärte Malone. Vodafone selbst will den Abschluss der Übernahme von Kabel Deutschland (KDG) laut einer weiteren Bloomberg-Meldung offenbar bereits im Oktober abschließen.

Vodafone plant KDG-Übernahme im Oktober

"Unglücklicherweise sind uns die Vodafone-Jungs bei dem Versuch zuvorgekommen, den Rest von Deutschland zu konsolidieren", sagte Malone. Statt auf dem deutschen Kabelmarkt will sich Liberty Global nun in Südeuropa nach Übernahmechancen umsehen, sobald sich dort die wirtschaftliche Lage verbessert habe.

Die Pläne für die Übernahme von Kabel Deutschland sind bei Vodafone angeblich bereits weit fortgeschritten, Bloomberg beruft sich auf drei mit dem Vorgang betraute Personen. Demnach soll die Transaktion nach der KDG-Hauptversammlung am 10. Oktober abgeschlossen sein. Große Befürchtungen vor einem Veto des Bundeskartellamts hat Vodafone nicht: "Wir erwarten nicht, dass diese Diskussionen sehr kompliziert sein werden", hatte Vodafone-Chef Vittorio Colao bereits im Juni gesagt. Wettbewerbsbedenken seien ausgeräumt.

KDG-Aufsichtsrat berät Übernahmeangebot am 1. August

Vodafone bietet 10,7 Milliarden Euro für Kabel Deutschland, das entspricht 87 Euro je Aktie inklusive einer Dividende von 2,50 Euro. Bis Ende Juli soll das Angebot auch offiziell vorgelegt werden. Der KDG-Aufsichtsrat werde das Übernahmeangebot am 1. August besprechen, obwohl der Kabelnetzbetreiber bereits angekündigt hatte, den Aktionären eine Annahme des Angebots zu empfehlen. Sprecher von Vodafone und Kabel Deutschland wollten laut Bloomberg keine Stellung nehmen zu dem angestrebten Zeitplan für die Übernahme.

(Jörg Schamberg)

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