Urteil

BGH: Paypal-Verkäufer können trotz Käuferschutz klagen

Der Käuferschutz bei Paypal ist in einem Streitfall nicht die letzte Instanz, so die Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Auch wenn ein Käufer sein Geld von Paypal zurückbekommen hat, kann der Verkäufer noch vor Gericht gehen.

Richterhammer© zimmytws / Fotolia.com

Karlsruhe - Bei einem Internet-Einkauf über Paypal hat im Streitfall nicht der Online-Bezahldienst das letzte Wort. Verkäufer können den Kunden trotz Paypal-Käuferschutzes später auf Zahlung in Anspruch nehmen, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe.

Was ist der Paypal-Käuferschutz?

Paypal-Kunden können Käuferschutz beanspruchen, wenn eine Ware nicht ankommt oder wesentlich von der Artikelbeschreibung abweicht. Dann bucht der Bezahldienst dem Käufer den gezahlten Kaufpreis zurück - und belastet in gleicher Höhe das Paypal-Konto des Verkäufers. Dagegen wehrten sich Verkäufer in zwei Verfahren.

Paypal-Verkäufer kann vor Gericht ziehen

Dagegen können Verkäufer klagen, unterstrich der BGH (AZ: VIII ZR 83/16 und VIII ZR 213/16t). Der Käufer bleibt aus Sicht des BGH gleichwohl "erheblich" im Vorteil: "Der Verkäufer hat erst einmal den Schwarzen Peter und muss seine Ansprüche einklagen", betonte die Vorsitzende BGH-Richterin.

Bei seiner Entscheidung habe der BGH aber auch das berechtigte Interesse des Verkäufers berücksichtigen müssen. "Sonst wäre das das Aus für Privat-Verkäufer gewesen."

Melanie Dörr / Quelle: DPA

Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang