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Bewerber-Check: Spionage bei studiVZ & Co.

Soziale Netzwerke bieten Unternehmen die Möglichkeit sich über potentielle Arbeitnehmer bereits im Vorfeld zu informieren. Wie eine Studie jetzt zeigt, wird davon auch rege Gebrauch gemacht.

21.08.2009, 12:25 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Viele Firmen nutzen das Internet um im Vorfeld persönliche Daten über Bewerber zu sammeln. Dies geht aus einer Meinungsumfrage des Dimap-Instituts hervor, die das Verbraucherministerium in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse der Umfrage liegen nun der "Berliner Zeitung" vor.
Informationen aus sozialen Netzwerken
Einem Bericht zufolge informieren sich über ein Viertel (28 Prozent) der Firmen über potenzielle Arbeitnehmer sowohl bei privaten als auch bei job- und karriere-orientierten Netzwerken. Ein Großteil (80 Prozent) der Arbeitgeber führt die Recherche bereits vor dem ersten Bewerbungsgespräch durch. 20 Prozent dieser Firmen gaben in der Studie an, regelmäßig oder gelegentlich auf Daten aus sozialen Netzwerken zuzugreifen. Weitere 16 Prozent stöbern dort eher selten. Ein Viertel der Unternehmen habe Bewerber aufgrund von Erkenntnissen aus der Online-Recherche sogar nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Party-Fotos ungern gesehen
Die Studie gibt auch Aufschluss über die größten Bewerber Fauxpas in den Augen der Arbeitgeber: Negative Äußerung über die derzeitige und letzte Jobsituation lesen 76 Prozent der Personalchefs ungern. Ebenfalls kritisch wird von 43 Prozent das Bereitstellen von persönlichen Daten wie zum Beispiel Fotos der letzten Party gesehen. Doch gerade dieser Punkt wird von Experten kritisch gesehen. Firmen müssen sich auch die Frage stellen, ob sie lieber einen Bewerber mit gesundem Sozialwesen einstellen oder einen Einzelgänger.
Die Verbraucherministerin Ilse Aigner von der CSU rief die Bürger zu einem sorgsamen Umgang mit persönlichen Daten im Internet auf: "Die unbekümmerte Preisgabe persönlicher Daten im Netz kann zum Stolperstein für die berufliche Karriere werden", sagte Aigner gegenüber der Berliner Zeitung.

(Marcel Petritz)

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