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Betrugsmasche bei eBay-Kleinanzeigen: PayPal-Rückbuchung nach Versand

Nach Eingang der Ware meldet der Betrüger einen Konflikt bei Paypal wegen nicht erhaltener Ware. Dies ist glaubhaft, da er bei PayPal eine andere Adresse hinterlegt hat als diejenige, an die der Verkäufer das Handy geschickt hat. PayPal bucht den Betrag zurück.

04.04.2014, 14:42 Uhr
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Die Flensburger Rechtsanwaltskanzlei Callsen & Thürk warnt aktuell vor einer Betrugsmasche, die seit einiger Zeit gehäuft bei eBays Kleinanzeigen-Plattform beobachtet wird. Trickbetrüger lassen dabei eine bereits geleistete PayPal-Zahlung rückgängig machen - die verschickte Ware ist dann weg.

Falscher Betreff, falsche Adresse

Der Betrug läuft den Juristen zufolge typischerweise so ab: Das Opfer bietet etwa sein iPhone über ebay-Kleinanzeigen zum Preis von 600 Euro an. Ein Interessent meldet sich und will per PayPal zahlen. Das Geld trifft auch ein, enthält aber einen falschen Betreff, beispielsweise "wie vereinbart, 600 Euro für die Schrankwand". Wer nun telefonisch nachhakt, geht dem Täter in die Falle.

So versichert dieser zunächst, die Betreffzeile sei nur ein Irrtum und alles wäre in bester Ordnung. Außerdem wird am Telefon direkt eine Adresse vereinbart, an die das Gerät gesendet werden soll. Der nun beruhigte Verkäufer verschickt daraufhin das Smartphone – natürlich in der Regel versichert und mit Sendungsverfolgung. Nach Eingang der Ware meldet der Betrüger jedoch einen "Konflikt" bei PayPal wegen angeblich nicht erhaltener Ware. Bei der Prüfung des Falls stellt PayPal anschließend fest, dass die im System hinterlegte Adresse des Käufers und die Versandadresse nicht übereinstimmen. Der Betrag wird daher zurückgebucht.

Laut Callsen & Thürk bleibt dann nur die Strafanzeige und die Hoffnung, dass die Täter gefunden werden und die verschickte Ware noch vorhanden ist. An der angegebenen Zustelladresse seien die Käufer jedoch nicht zu finden. Die Rechtsanwälte raten daher dazu, per PayPal überwiesene Geldbeträge mit einer falschen Bezeichnung des Kaufgegenstandes sofort zurückzusenden. Bei größeren Summen solle man sich zudem unbedingt eine Ausweiskopie zeigen lassen und überprüfen, ob die Lieferadresse auch die Meldeadresse ist.

(Peter Giesecke)

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