News

Bestätigt: 9Live stellt Live-Sendebetrieb ein

Der umstrittene Call-In-TV-Sender 9Live wird ausgeknippst. Zumindest das Live-Programm mit Gewinnspielen wird ab dem 1. Juni nicht mehr zu sehen sein, teilte ProSiebenSat.1 am Donnerstag mit.

Internet© Victoria / Fotolia.com

Was die Spatzen am Vorabend schon vom Dach gepfiffen hatten, ist Donnerstag von der ProSiebenSat.1 Gruppe bestätigt worden: der Call-In-Sender 9Live wird den Live-Sendebetrieb zum 31. Mai dieses Jahres einstellen. Dieser drastische Schritt kommt für viele Unbeteiligte zwar überraschend, aufgrund der finanziellen Entwicklung ist das Vorgehen der Sendergruppe allerdings nachvollziehbar. Nach Angaben von ProSiebenSat.1 sind die Umsätze zuletzt stark zurückgegangen.

Umsatz geht deutlich zurück

Wurden mit 9Live im ersten Quartal 2010 noch 14,0 Millionen Euro umgesetzt, waren es zwischen Januar und März dieses Jahres nur noch 9,2 Millionen Euro - ein Minus von mehr als 34 Prozent. Das Geschäftsmodell, das sich vor allem durch kostenpflichtige Anrufe an so genannten Hot-Button-Gewinnspielen finanzierte, war für die Sendergruppe offenbar nicht mehr stark genug. Hinzu kommt, dass sich 9Live immer wieder gegen das Image wehren musste, seine Zuschauer nur abzocken zu wollen.

Für ProSiebenSat.1 offenbar zwei Gründe, zum 31. Mai den Stecker zu ziehen. Ab dem 1. Juni sollen auf dem Sender bis auf weiteres fiktionale Programme gezeigt werden, heißt es in einer Mitteilung. Zu bemerken ist: mit der Einstellung von 9Live entfallen in Zukunft auch die so genannten Quizbreaks, die zum Beispiel momentan noch im Abendprogramm bei Sat.1 zu sehen sind.

Angaben dazu, ob 9Live zuletzt noch einen Gewinn oder doch eher einen Verlust einfuhr, machte ProSiebenSat.1 am Donnerstag zunächst nicht.

(Hayo Lücke)

Lesen Sie alles Wichtige von onlinekosten.de - auf Wunsch per WhatsApp direkt auf dem Handy. Whatsapp-Newsletter Wöchentlichen Newsletter
Kommentieren Forum
Zum Seitenanfang