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Besserer Schutz vor Killerspielen

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen kündigte in Berlin ein Sofortprogramm an, mit dem die Abgabe gewalttätiger Medien an Jugendliche unterbunden werden soll.

13.02.2007, 11:46 Uhr
Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will Kinder und Jugendliche künftig besser vor so genannten Killerspielen schützen. Sie kündigte vor Journalisten in Berlin ein Sofortprogramm an, mit dem die Abgabe gewalttätiger Medien an Jugendliche unterbunden werden soll.
Demnach sollen die Produkte künftig schon dann für diese Altersgruppe tabu sein, wenn sie "gewalthaltig" sind. Bislang galt dies nur für Filme, die "gewaltverherrlichend" sind.
Damit würden extrem gewaltbeherrschte Trägermedien wie Computerspiele, Videos und DVDs in Zukunft per Gesetz automatisch für Kinder und Jugendliche verboten, sagte von der Leyen. Sie dürften dann nur in gesonderten Geschäften und an Erwachsene verkauft werden. "Dies ist ein klares Signal für Hersteller und Händler", sagte die Ministerin. "Diese Medien gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen." Ein Händler, der solche Spiele an Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre verkauft, mache sich daher strafbar. Von der Leyen kündigte eine entsprechende Gesetzesinitiative noch vor der Sommerpause an.
Auch Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) bekräftigte seine Forderung nach einem generellen Verbot der Killerspiele. "Ein starker Staat muss in der Mediengesellschaft klare Grenzen setzen", erklärte er in München.
Die FDP kritisierte von der Leyens Initiative als undurchdacht. "Der Umgang mit solchen Computerspielen erfordert eine gewissenhafte, sachlich geführte Diskussion und keinen Aktionismus", erklärten erklärten die FDP-Bundestagsexperten für Jugend und Medien, Miriam Gruss und Christoph Waitz in Berlin.

(Hayo Lücke)

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