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Berliner Senat lehnt Top-Level-Domain .berlin ab

Die für die Hauptstadt geplante Top-Level-Domain .berlin wird es vorerst nicht geben. Der Berliner Senat will die notwendige Zustimmung für die Beantragung der Top-Level-Domain nicht erteilen.

08.06.2007, 16:46 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Eine Provinzposse spielt sich derzeit in der Berliner Landespolitik ab. Die Bemühungen um eine neue Top-Level-Domain für regionale Top-Level-Domains sind zumindest in der Bundeshauptstadt vorerst gescheitert. Berlin verspielt die Chance, die weltweit erste Metropole mit einer eigenen Domain zu werden. Am gestrigen Donnerstag machte ein Sprecher des Berliner Senats deutlich, dass entsprechende Pläne nicht unterstützt werden.
.berlin "nicht gewollt"
Nach einer Expertenanhörung im Medienausschuss stellte Senatssprecher Michael Donnermeyer klar, dass eine regionale Ergänzung zu den etablierten Domains wie .de oder .com nicht gewollt ist. Das meldet die "Berliner Zeitung". Das Privatunternehmen dotBerlin GmbH hatte sich für eine Beantragung der Top-Level-Domain .berlin bei der zuständigen Registrierungsbehörde, der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), stark gemacht.
Donnermeyer sagte, dass der Vorschlag vor zwei Jahren ausführlich geprüft worden sei. Die erforderliche Genehmigung für die Beantragung bei der ICANN werde aber nicht erteilt. Hauptgrund sei, dass eine Genehmigung für .berlin auch eine Mitverantwortung für die redaktionellen Inhalte bedeute. Dieses Mitentscheidungsrecht lehnt der Senat jedoch ab. Das offizielle Stadtportal berlin.de sei mit 27 Millionen Aufrufen im Monat sehr erfolgreich, eine Konkurrenz aus eigenen Reihen ist nach Worten des Senatssprechers nicht gewollt. Außerdem sei zweifelhaft, ob sich regionalisierte Domains wie .berlin dauerhaft durchsetzen könnten.
Ergänzung statt Konkurrenz
dotBerlin-Geschäftsführer Dirk Krischenowski betonte, dass die neue Domain keine Konkurrenz für das Portal berlin.de darstellen solle, sondern sich vielmehr als Ergänzung verstehe. Nicht nur Privatleute, auch Firmen und Behörden könnten sich mit einer auf die Hauptstadt bezogenen Adresse im Internet präsentieren. Laut Krischenowski hätte Berlin sogar die Chance, als eine der ersten, wenn nicht als erste Metropole weltweit eine eigene Top Level Domain zu haben. Bisher sei nur die amerikanische Metropole New York mit der Domain .nyc bereits ähnlich weit in der Vorbereitung, bei der ICANN Anfang kommenden Jahres einen Antrag zu stellen. In Paris wird die Einführung der Top-Level-Domain .paris derzeit diskutiert.
Die SPD zeigt sich dennoch versöhnlich und will die Idee trotz der Ablehnung des rot-roten Senats noch einmal prüfen. Sie sieht nach Worten des medienpolitischen Sprechers Frank Zimmermann "Vor- und Nachteile".

(Stefan Hagedorn)

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