Jahrestag des Mauerfalls

Berliner Mauer in Augmented Reality erkunden

Die App "MauAR" lässt Nutzer die Berliner Mauer in Augmented Reality erleben. Die App kann direkt am ehemaligen Mauerverlauf eingesetzt werden, man kann aber auch an jedem anderen Ort ein 3D-Modell der Mauer virtuell erkunden.

Berlin© thierry burot / Fotolia.com

Berlin - Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls können Besitzer eines Smartphones oder Tablet-Computers die Berliner Mauer virtuell an ihrem historisch korrekten Ort erkunden. Mit Hilfe von Augmented Reality (AR, erweiterte Realität) werden in der App "MauAR" rund 160 Kilometer des Mauerverlaufs dargestellt. "Vor 30 Jahren ist die Mauer gefallen. Das bedeutet, es gibt inzwischen eine ganze Generation, die die Mauer nicht mehr gesehen hat", sagte der Berliner Entwickler Peter Kolski im August bei der Vorstellung des Programms. Mit der App könne man die Mauer wieder erlebbar machen.

iPhone-App zeigt, wie es vor dem Mauerfall aussah

Die Anwendung, die zunächst für das iPad und das iPhone von Apple verfügbar ist, lässt sich in Berlin direkt am ehemaligen Mauerverlauf einsetzen. In diesem Fall zeigt eine integrierte Karte, wo die Mauer genau stand und wie es vor dem Fall der Mauer aussah. Ein 3D-Modell der Maueranlage kann aber auch an jedem Ort außerhalb Berlins auf dem Bildschirm geholt und virtuell begangen werden. Hier visualisiert die App, wie sich die Mauer von einem mit Stacheldraht versehenen einfachen Steinwall zu einem lebensgefährlichen Grenzsperrsystem mit Wachtürmen und "Todesstreifen" entwickelt hat.

Fiktionale Charaktere erzählen die Geschichte der Mauer

In der App treten auch zwei fiktionale Charaktere auf, ein Junge aus Ost-Berlin und ein Mädchen aus dem Westen der Stadt, die über den Mauerbau und ihre Folgen aus der jeweiligen Perspektive berichten. Zur Festwoche "30 Jahre Friedliche Revolution - Mauerfall" im Nobember soll die App dann die historischen Geschehnisse aufgreifen und nacherzählen. So sollen die Anwender virtuell an der Massendemonstration vom 4. November 1989 auf dem Berliner Alexanderplatz teilnehmen können. Die Mauer fiel wenige Tage später am 9. November.

Ein Prototyp der App hatte im vergangenen Jahr in der Branche für Aufmerksamkeit gesorgt, als Apple-Chef Tim Cook sich bei einem Berlin-Besuch die Anwendung vorführen ließ.

App "Die Berliner Mauer" auch für Android

Schon seit 2001 gibt es die App "Die Berliner Mauer" der Bundeszentrale für politische Bildung, die in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Zeithistorische Forschung und Deutschlandradio entwickelt wurde. Diese bietet geführte Touren entlang von Mauerresten, eine interaktive Karte und zahlreiche Fotos, Videos und Audioaufnahmen. Die mehrfach ausgezeichnete Anwendung ist für iPhone, iPad und auch Andoid-Geräte verfügbar.

Melanie Zecher / Quelle: DPA

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