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Berichte: Briten hatten Datenleitung aus Deutschland im Visier

Der britische Geheimdienst GCHQ hat bei seiner Überwachung des transatlantischen Datenverkehrs offenbar einen besondern Fokus auf Daten aus Deutschland. Der NDR und die "Süddeutsche Zeitung" berichten, eine bestimmte Datenleitung tauche in den Unterlagen auf.

25.06.2013, 15:31 Uhr (Quelle: DPA)
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Der britische Geheimdienst GCHQ soll bei der Überwachung des transatlantischen Internetverkehrs auch in großem Umfang Daten deutscher Nutzer ausgespäht haben. Dabei sollen unter anderem E-Mails, Daten aus sozialen Netzwerke und Telefongespräche von und nach Deutschland systematisch abgehört worden sein, berichten der NDR und die "Süddeutsche Zeitung". Dies gehe aus Unterlagen hervor, über die der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden verfüge. In den Dokumenten soll der deutsche Datenverkehr explizit erwähnt worden sein.

Unterwasserkabel zwischen Nordamerika und Europa erwähnt

In den beiden Berichten wird vor allem die Bedeutung des Glasfaserkabels TAT-14 (Transatlantisches Telefonkabel Nr. 14) abgehoben, das im März 2001 in Betrieb genommen wurde. Das TAT-14 ist ein 15.000 Kilometer langes Unterwasserkabel, das Nordamerika über zwei Strecken mit Europa (Frankreich, Niederlande, Deutschland und Dänemark) verbindet. Das Kabel verfügt über eine Transportkapazität von 3,2 Terabit pro Sekunde und war zu seiner Inbetriebnahme die leistungsfähigste Datenstrecke über den Atlantik.

Das TAT-14 wird von einem internationalen Konsortium von 50 Telekommunikationsunternehmen betrieben. Dazu gehört auch die Deutsche Telekom. Sie hält mit ihrer Kostenbeteiligung von 128 Millionen Euro den viertgrößten Anteil an der insgesamt 1,3 Milliarden US-Dollar teuren Verbindung. Das Kabel verläuft unter anderem über die britische Stadt Bude in Cornwall, wo das GCHQ die Daten kopieren und zur Analyse zwischenspeichern soll. Das TAT-14 ist allerdings nur eine von vielen transatlantischen Hochgeschwindigkeits-Datenstrecken. Aus den Berichten des NDR und der "Süddeutschen" geht nicht hervor, ob das GCHQ sich vor allem auf die Überwachung des TAT-14 fokussiert hat.

Der ehemaligen US-Geheimdienstler Edward Snowden hatte in einem Interview mit der britischen Tageszeitung "Guardian" behauptet, der britische Geheimdienst GCHQ habe Zugang zu den transatlantischen Glasfaserkabeln beschafft und schöpfe dort "Unmengen von Daten" ab, die dann mit den US-Partnern von der NSA (National Security Agency) geteilt würden.

(Saskia Brintrup)

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