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BenQ Mobile hängt weiter in den Seilen

Nach Angaben des zuständigen Insolvenzverwalters gibt es mehr als nur zwei Angebote für BenQ Mobile. Die Investoren legen aber Wert auf Diskretion.

09.01.2007, 18:31 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Die Zukunft des insolventen Handy-Herstellers BenQ Mobile ist auch nach einer Sitzung des Gläubiger-Ausschusses weiter ungewiss geblieben. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Martin Prager sieht das Gremium weiteren Klärungsbedarf, nachdem zwei mögliche Investoren dem Ausschuss ihre Vorstellungen präsentiert hatten. "Aus Sicht des Gläubigerausschusses braucht es ein glaubwürdiges Fortführungskonzept, ein angemessenes Kaufpreisangebot sowie konkrete Nachweise für eine sichergestellte Finanzierung," betonte Prager. Bisher habe keiner der beiden Interessenten, die sich auch bereits öffentlich zu Wort gemeldet hatten, damit aufwarten können.
Weitere Angebote
Prager wies zugleich erneut darauf hin, dass es noch weitere Interessenten für eine Übernahme von BenQ Mobile gebe. Diese legten jedoch Wert auf Diskretion, entsprechend würden die Gespräche vertraulich behandelt. Bislang waren Angebote einer deutsch-amerikanischen Investorenguppe um den früheren DaimlerChrysler-IT-Chef Hansjörg Beha sowie die US-Unternehmensgruppe Sentex Sensing Technologies für eine Übernahme der früheren Handy-Sparte von Siemens bekannt geworden. Beide möglichen Investoren zeigen sich laut Zeitungsberichten aber enttäuscht vom Stand der Verhandlungen zu möglichen Landesbürgschaften.
Der Präsident von Sentex Sensing Technologies, Henrik Rubinstein, wollte zwar nicht ausschließen, dass bei einer Übernahme von BenQ Mobile auch bis zu 1700 Mitarbeiter übernommen werden könnten. Rubinstein zufolge gibt es aber bislang keine Einigung mit Nordrhein-Westfalen über die Zusage von Ausfallbürgschaften in Höhe von 125 Millionen Euro.
Das Konzept der Gruppe um Beha sieht Berichten zufolge den Erhalt von insgesamt 800 Arbeitsplätzen bei BenQ vor, 500 am Standort Kamp Lintfort (Niederrhein) und 300 in München. Über die Pläne der deutsch-amerikanischen Investorengruppe war bereits am Montag bei einem Treffen im NRW-Wirtschaftsministerium beraten worden. Bei dem ergebnislosen Gespräch wurden laut "Rheinischer Post" Differenzen in der Frage der Finanzierungsmöglichkeiten deutlich.
Die deutsch-amerikanische Investorengruppe verlangte dem Bericht zufolge außerdem, dass die rund 800 BenQ-Beschäftigten für ein halbes Jahr umsonst arbeiten sollten. "Das ist vom Tisch, das lässt sich nicht mit geltendem Recht vereinbaren", sagte ein Gewerkschaftssprecher der Zeitung.

(Hayo Lücke)

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