Handys

BenQ macht Schluss mit Siemens

Siemens verschwindet noch schneller als vermutet.

23.09.2005, 16:31 Uhr
Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Ab 2007 will der taiwanische Konzern BenQ, der ab dem 1. Oktober das Handygeschäft von Siemens übernimmt, sukzessive den Namen Siemens aus dem Programm verschwinden lassen.
Ab 2010 ist Schluss
Bis 2010 soll die Doppelmarke "BenQ/Siemens" bestehen bleiben. Danach will der Massenhersteller nur noch auf den Namen "BenQ Mobile" setzen. Der Doppelname soll es BenQ erleichtern sich nicht nur bei den Kunden global zu etablieren.
Durch die Übernahme ist es gelungen an die Siemens Kunden T-Mobile, Vodafone und Telefonica heran zu treten. Ein wichtiger Teil der Marketingstrategie, denn im kommenden Jahr soll der Umsatz, trotz erster Verluste im ersten Halbjahr, von fünf Milliarden Dollar (2004) auf zehn Milliarden gesteigert werden.
Jerry Wang, Vize-Präsident und Marketingchef von BenQ, setzt auf den Dominoeffekt. In einigen Jahren sollen Kunden in Europa und Amerika vermehrt auch zu anderen Produkten greifen, wie etwa dem BenQ Joybook. Dass BenQ durchaus in der Lage ist, hochwertige Produkte herzustellen, die sich mit denen der Großen messen können, bewiesen die Taiwanesen durch Massenproduktionen für Großkonzerne, wie etwa Motorola oder Nokia. Die gaben jedoch ihre Aufträge aufgrund des Strategiewechsels kurzerhand an andere Hersteller.
Arbeitsplätze in Gefahr
Jüngste Entwicklungen in Taiwan zeigen, dass nicht nur durch Patente und innovative Ideen für Geld in den Kassen gesorgt werden soll. Nur noch ein drittel aller Geräte werden im Heimatland hergestellt. Ähnliche Situationen könnten auch in Deutschland nach Ablauf der Jobgarantie im Jahr 2006 auftreten. Wang versicherte dem "Handelsblatt" die Standorte zu behalten. "An einen schnellen Rückzug aus Deutschland ist auch nach dem Ablauf der Standortgarantie nicht gedacht." Doch BenQ-Chef Lee Kuen-Yao sieht das anders. Geht es nach ihm, sollen aufgrund der hohen Produktionskosten in Deutschland, ein Teil der Fertigung nach Asien verlegt werden.

(Benjamin Windhoff)

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