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BenQ-Insolvenzverwalter hofft auf Weiterbestehen

Insolvenzverwalter Martin Prager hegt weiter Hoffnungen auf ein Weiterbestehen des Unternehmens. "Auch die nächsten Wochen werden noch spannend bleiben", sagte Prager in München.

03.01.2007, 16:04 Uhr
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Trotz der seit Monaten erfolglosen Suche nach einem Investor für den insolventen Handyhersteller BenQ Mobile hat Insolvenzverwalter Martin Prager Hoffnungen auf ein Weiterbestehen des Unternehmens. "Auch die nächsten Wochen werden noch spannend bleiben", sagte Prager in München.
Interesse vorhanden
"Es gibt weiterhin Interessenten, mit denen wir sprechen." Prager wollte sich dabei nicht zum Stand der Gespräche mit einem deutsch-amerikanischen Investor äußern, der nach Arbeitnehmer-Angaben Interesse an einem Einstieg hat. Bei den laufenden Verhandlungen gehe es aber um die Übernahme des Unternehmens als Ganzes, sagte Prager.
Er führte nach eigenen Angaben seit Anfang Oktober mit mehr als hundert Interessenten aus dem In- und Ausland Gespräche über die ehemalige Siemens-Sparte, die seit Neujahr offiziell pleite ist. Mit 31 dieser Interessenten habe er intensive Verhandlungen geführt. Diese seien allesamt wegen der eingebrochenen Umsätze wieder abgesprungen. Prager sagte, bei einem schnellen Einstieg gebe es für einen Investor gute Chancen, das Unternehmen profitabel zu machen, zumal es keine Verpflichtungen gegenüber den bisherigen Beschäftigten gebe. Allerdings werde ein Investor einen dreistelligen Millionenbetrag in das Unternehmen stecken müssen. Je länger es dauere, desto geringer würden die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Sanierung.
Viele in Auffanggesellschaften
Von den ehemals 3000 BenQ-Beschäftigten arbeiten jetzt noch bis Ende Januar 260 für das Unternehmen. 160 davon sollen laut Prager mit der so genannten Auslaufproduktion in Kamp-Lintfort die noch ausstehenden Aufträge erledigen, hundert werden in den Verwaltungen in Kamp-Lintfort und München benötigt. In die mit Hilfe von Siemens gegründeten Auffanggesellschaften seien 2305 Mitarbeiter eingetreten; dies seien 91 Prozent der dazu Berechtigten. Insgesamt 500 Mitarbeiter hätten seit Insolvenzanmeldung gekündigt.
Der taiwanesische BenQ-Konzern, der die Mobilfunksparte von Siemens zuerst gekauft und ihr dann später den Geldhahn abgedreht hatte, plant derweil eine Millioneninvestition in Tschechien. In Brno wolle BenQ eine Fabrik für LCD-Fernseher und -Monitore errichten, berichtete die tschechische Internetseite www.aktualne.cz. Demnach will BenQ seine Marke damit in Mittel- und Osteuropa stärken. Auf acht Montagebändern sollen 700 Mitarbeiter pro Jahr insgesamt eine Million Geräte herstellen.

(Denise Bergfeld)

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