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Beleuchtet: So surft "Otto Normal Verbraucher"

Eine Studie des Instituts TNS Infratest hat 1.000 Bundesbürger über ihr Verhalten im Internet befragt. Neben der Akzeptanz von Internet über den PC wurde auch nach konvergenten Angeboten und der Nutzung von E-Mail und Portalseiten der Internetprovider gefragt.

19.03.2007, 15:30 Uhr
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Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest hat das Verhalten der Internet-Nutzer in Deutschland unter die Lupe genommen. Dabei waren die wichtigsten Schlagworte Konvergenz und Services. Die Meinungsforscher beschäftigte vor allem die Frage, in welcher Form konvergente Angebote dem Kunden zur Auswahl stehen und welche Services am häufigsten genutzt werden.
Konvergenz besteht seit Jahren
Einige Internetprovider vereinen schon seit Jahren verschiedene Inhalte auf ihren Websites. Diese auch als Konvergenz bezeichnete Praxis betreiben beispielsweise AOL, Arcor, Freenet oder T-Online auf ihren Portalseiten. Neben aktuellen Nachrichten, Suchmaschinen und E-Mails werden diverse Dienste für die Kunden mehr oder weniger übersichtlich zusammengefasst. Ob diese Angebote auch tatsächlich genutzt werden, wollte TNS Infratest Anfang des Jahres durch eine telefonische Befragung von 1.000 Bundesbürgern herausfinden.
E-Mails sehr beliebt
Generell nutzen 57 Prozent der Bevölkerung Suchmaschinen, 55 Prozent lesen und schreiben E-Mails und 31 Prozent informieren sich im Web über die aktuelle Nachrichtenlage. In der Altersgruppe der 18- bis 29-jährigen nutzen 81 Prozent E-Mails, in der Altersgruppe ab 60 Jahre sind es nur 26 Prozent. Nachrichten werden von der jungen Nutzergruppe zu 53 Prozent online konsumiert, bei den über 60-jährigen liegt der Wert bei zwölf Prozent.
Bei der Auswahl ihrer E-Mail-Adresse stehen 88 Prozent der Befragten zum Account ihres Anbieters. Lediglich zehn Prozent nutzen zwei Adressen unterschiedlicher Anbieter, zwei Prozent haben mehr als zwei E-Mail-Adressen. Eine solch hohe Loyalität spiegelt sich auch bei der Nutzung von Suchmaschinen wieder: 89 Prozent der Befragten haben sich auf eine Suchmaschine festgelegt. Aktuelle Nachrichten beziehen 86 Prozent über ein Portal. Auf zwei Portale greifen zwei Prozent zurück, mehr als zwei nutzen lediglich fünf Prozent. Ein weiterer Punkt der Untersuchung galt der Frage, inwieweit die Kunden zwischen der Infrastruktur der Internetprovider und den genutzten Services trennen. Etwa die Hälfte der Online-Nutzer verwendet ausschließlich die vom Provider angebotene E-Mail-Adresse. Weitere fünf Prozent nutzen diese hauptsächlich, lediglich vier Prozent sehen darin eine Ergänzung zu anderen Accounts. Die übrigen 41 Prozent nutzen den integrierten Mail-Zugang überhaupt nicht. Vor allem in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre verzichten knapp drei Viertel auf die Nutzung des von ihren Internetprovider zur Verfügung gestellten Account. Mit zunehmendem Alter tendieren die Nutzer laut TNS Infratest dazu, alle Service-Angebote aus der Hand eines Anbieters zu nutzen. Dieses Ergebnis schlägt sich auch beim Konsum von aktuellen Nachrichten nieder: 32 Prozent nutzen das Portal des hauseigenen Internetanbieters.
Vision Internet am TV-Gerät
Auf ein positives Echo stieß die Frage nach der Darstellung von Nachrichten aus dem Internet auf dem Fernseher. 55 Prozent der Befragten stehen diesem Thema aufgeschlossen gegenüber. Sie können sich vorstellen, ein TV-Gerät anstatt eines Computers dafür zu nutzen. Diese Technik wurde vor rund 20 Jahren durch den früheren Bildschirmtext der Deutschen Post, BTX, eingeführt und durch Teletext-Angebote in den vergangenen Jahren fortgesetzt.
Deutlich geringer fallen die Zahlen bei Suchmaschinen (35 Prozent) und E-Mails (28 Prozent) aus. Etwa ein Fünftel aller Befragten könnte sich vorstellen, alle genannten Anwendungen anstatt über den PC am TV-Gerät zu nutzen. Die 45- bis 59-jährigen nehmen mit 26 Prozent in dieser Kategorie den Spitzenplatz ein. Diese Altersklasse wäre die ideale Zielgruppe für die Neuauflage eines "Internet via TV"-Zugangs.
"Alles aus einer Hand"
Aus der Studie wird deutlich, dass Angebote nach dem Schema "Alles aus einer Hand" in allen Altersgruppen auf große Akzeptanz stoßen. Umso älter der Internet-Surfer, desto mehr weiß er diesen Service zu schätzen. Für über 45-jährige ist eine Darstellung des Internets auf dem TV-Gerät ein Aspekt, der von den Vermarktungsstrategen bislang so gut wie keine Berücksichtigung findet.

(Stefan Hagedorn)

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