Quartalszahlen

Bei Samsung und Sony gehts bergauf

Samsung kann dank brummender Chipgeschäfte mit einem Rekordergebnis aufwarten. Die Ankündigung einer satten Ausschüttung an die Aktionäre sorgt für Auftrieb an der Börse. Auch Sony legt gute Zahlen vor.

Melanie Zecher, 01.11.2017, 12:14 Uhr (Quelle: DPA)
StatistikSymbolfoto.© kivoart / Fotolia.com

Seoul/Tokio - Trotz Krisenstimmung in der Führungsetage hat Samsung dank des brummenden Chip-Geschäfts erneut ein Rekordergebnis erzielt. Im dritten Quartal 2017 stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 150 Prozent auf 11,2 Billionen Won (8,6 Milliarden Euro), wie Samsung am Dienstag mitteilte. Der Umsatz des südkoreanischen Unternehmens kletterte um mehr als 14 Billionen Won auf 62,05 Billionen Won. Der Apple-Rivale will bis Jahresende die diesjährigen Investitionen auf das Rekordniveau von 46,2 Billionen Won schrauben.

Vor allem das Halbleitergeschäft, in dem Samsung mit Abstand den größten Spartengewinn erzielt, legte deutlich zu. Der operative Gewinn lag dort im dritten Quartal bei 9,96 Billionen Won - so hoch wie noch nie. Insbesondere die Nachfrage von "Datenzentren und neuen Smartphones" hätten das Geschäft angetrieben, hieß es. Auch für das vierte Quartal erwartet Samsung bei Speicherbausteinen eine robuste Nachfrage.

Krisen über Krisen

Noch vor zweieinhalb Wochen hatte der Leiter des Halbleitergeschäfts, Kwon Oh Hyun, von einer "beispiellosen Krise" im Unternehmen gesprochen und seinen Rückzug angekündigt. Der Mutterkonzern war zuletzt in einen Korruptionsskandal um die frühere Staatspräsidentin Park Geun Hye verstrickt. Der Erbe des Samsung-Imperiums und Vizevorsitzende der Elektroniktochter, Lee Jae Yong, verbüßt seit August wegen versuchter Präsidenten-Bestechung und anderer Vergehen eine Haftstrafe. Derzeit läuft sein Berufungsprozess.

Am Dienstag ernannte Samsung Electronics neue Leiter der Sparten Device Solution (Halbleiter und Displays), Verbraucherelektronik sowie IT und mobile Kommunikation. Das Unternehmen wird den Angaben zufolge an der derzeitigen "Managementstruktur von drei Ko-Geschäftsführern" festhalten.

Galaxy Note 8 lässt Note-7-Probleme vergessen

Auch die Krise um das Vorzeige-Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung vor rund einem Jahr wegen brennender Akkus aus dem Handel genommen hatte, gilt als weitgehend überwunden. Dank der Einführung des Nachfolgemodells Note 8 und der starken Verkäufe der neuen J-Serie stieg der Umsatz in den Monaten Juli bis September gestiegen. Allerdings sei der Gewinn im Vergleich zum zweiten Quartal 2017 wegen des größeren Anteils an Smartphones im mittleren und niedrigen Preissegment zurückgegangen.

An der Börse führt Apple

An der Börse sorgten die detaillierten Quartalszahlen sowie die Aussicht auf hohe Ausschüttungen an die Aktionäre für Auftrieb. Das Samsung-Papier stieg um bis zu 2,6 Prozent auf das Rekordhoch von 2,772 Millionen Won (2381 Euro). In den vergangenen zwölf Monaten stieg der Börsenwert um etwas mehr als zwei Drittel auf umgerechnet rund 280 Milliarden Euro.

Damit konnte Samsung den Abstand zu Apple bei dieser Größe etwas verringern, liegt aber immer noch weit hinter dem US-Konzern. Der Börsenwert Apples kletterte seit Ende Oktober 2016 um knapp 47 Prozent auf 861 Milliarden Dollar oder umgerechnet derzeit knapp 740 Milliarden Euro. Apple legt am Donnerstag die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor.

Auch bei Sony läuft es gut

Mit Sony geht es ebenfalls weiter aufwärts. Der japanische Elektronikkonzern erwirtschaftete im zweiten Quartal des noch bis zum 31. März 2018 laufenden Geschäftsjahres dank einer Erholung bei Halbleitern einen Nettogewinn von 130,9 Milliarden Yen (992 Millionen Euro), wie der Hersteller der Playstation mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte sich der Ertrag unter dem Strich noch auf 4,8 Milliarden Yen belaufen. Nach jahrelanger harter Sanierung hob Sony zugleich seine Ertragsprognose für das Gesamtgeschäftsjahr an und rechnet nun mit einem Nettogewinn von 380 Milliarden Yen nach bisher geschätzten 250 Milliarden Yen. Der Umsatz dürfte sich zudem auf 8,5 statt 8,3 Billionen Yen belaufen.

Zu den Zuwächsen tragen das Wachstum bei der Spielekonsole Playstation, im Musikgeschäft sowie der schwache Yen bei. Zudem erholte sich das Geschäft mit Halbleitern, das unter den Folgen einer Erdbebenkatastrophe im Südwesten des Inselreiches im vergangenen Jahr gelitten hatte. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres einen Rekordgewinn von 211,7 Milliarden Yen, ein Zuwachs um das Achtfache zum Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erhöhte sich um 18,7 Prozent auf 3,92 Billionen Yen, hieß es weiter.

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