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Bei der Telekom stehen alle Zeichen auf Streik

Die Kunden der Telekom müssen sich auf Streiks bei dem Konzern und damit womöglich auf starke Beeinträchtigungen beim Service für ihren Telefon- oder Internetanschluss gefasst machen

26.04.2007, 18:01 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Die Kunden der Telekom müssen sich auf Streiks bei dem Konzern und damit womöglich auf Beeinträchtigungen beim Service für ihren Telefon- oder Internetanschluss gefasst machen. Die Gespräche über die Auslagerung von zehntausenden Beschäftigten zwischen Telekom und Verdi waren auch in der fünften Runde festgefahren. Die Telekom legte zwar ein nachgebessertes Angebot vor, Verdi nannte die Offerte aber "völlig inakzeptabel".
Kaum Chancen auf Einigung
Angesichts völlig konträrer Forderungen sehe er "kaum noch Chancen auf eine Einigung", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Die Große Tarifkommission will am Freitag kommender Woche über mögliche Streiks beraten. Von Streiks wären "viele Kunden betroffen", sagte die Landeschefin von Verdi in Nordrhein-Westfahlen, Gabriele Schmidt, der "tageszeitung". Der Konzern müsse aber eine Drucksituation spüren.
Verdi setze jedoch darauf, dass die Telekom-Kunden "großes Verständnis" für die Beschäftigten haben. Um gegen die Pläne des Konzerns zu protestieren, waren bereits tausende Beschäftigte in den vergangenen Tagen in den Warnstreik getreten. Wie eine Konzernsprecherin sagte, hatte die Telekom angeboten, die Löhne der 50.000 Beschäftigten binnen zweieinhalb Jahren nur noch um neun statt bisher zwölf Prozent zu senken. Die Lohnkürzungen würden "sozialverträglich abgefedert", betonte Telekom-Verhandlungsführer Karl-Gerhard Eick. So bleibe der Lohn im ersten Jahr gleich. Für einen Service-Center-Mitarbeiter würde dies bei dem aktuellen monatlichen Bruttogehalt von 3238 Euro bedeuten, dass sich dies ab dem zweiten Jahr stufenweise auf 2947 Euro verringert.
Keine zukunftsfähige Grundlage
Zudem verlängerte der ehemalige Staatskonzern die Kündigungsschutzzusage bis 2011. Die Wochenarbeitszeit soll dafür von 34 auf 38 Stunden steigen. Zudem versprach die Telekom, 3000 neue Arbeitsplätze in den Servicegesellschaften zu schaffen. Verdi wies das nachgebesserte Angebot zurück. "Es soll bei schwer wiegenden Eingriffen in die wirtschaftliche Existenz der Beschäftigten bleiben", monierte Verhandlungsführer Lothar Schröder. "Das ist keine Grundlage für eine zukunftsfähige Lösung."
Die Tarifpartner streiten über die Pläne der Telekom, bereits zum 1. Juli etwa 50.000 Beschäftigte in drei Servicegesellschaften auszulagern. Damit will der Konzern, dem zuletzt die Kunden im Festnetzgeschäft in Scharen zu billigeren Anbietern davongelaufen waren, seine Kosten drastisch senken.

(Denise Bergfeld)

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