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Bei Amazon wird heute gestreikt – Pakete sollen liegenbleiben

Dies ist der erste reguläre Streik bei Amazon Deutschland. Der Warnstreik am 9. April in Bad Herfeld hatte nur geringe Auswirkungen.

14.05.2013, 12:31 Uhr
Amazon© Amazon

Seit 6 Uhr wird in den Amazon-Logistikzentren in Leipzig und Bad Hersfeld gestreikt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat ihre Mitglieder aufgerufen, die Arbeit bis Ende der Spätschicht am 14. Mai ruhen zu lassen. Dies ist der erste reguläre Streik bei Amazon Deutschland. Der Warnstreik am 9. April in Bad Hersfeld hatte nur geringe Auswirkungen.

Auswirkungen noch unklar

Die Gewerkschaft erwartet in diesem Fall aber, dass der Kunde den Streik spüren wird. In Leipzig beschäftigt Amazon 2.000 Mitarbeiter, in Bad Hersfeld sogar 3.300 Mitarbeiter. Das Logistikzentrum des Onlinehändlers besteht dort aus zwei Versandlagern und ist das größte Deutschlands.

Unklar ist jedoch, wieviele Mitarbeiter gewerkschaftlich organisiert sind und an dem Streik teilnehmen. Unklar ist auch noch, ob Amazon es schafft, Bestellungen auf andere Logistikzentren umzuleiten, sodass die Kunden dennoch ihre Pakete innerhalb der gewohnten Frist erhalten.

Bis zu 9.000 Euro mehr im Jahr

Die Gewerkschaft will mit diesem Streik die Aufnahme von Tarifverhandlungen erzwingen. Sie fordert die Bedingungen, die im Flächentarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel festgeschrieben sind, und rechnet vor, dass jeder Beschäftigte bis zu 9.000 Euro mehr Bruttogehalt im Jahr erhalten würde. Möglich sei auch ein Haustarifvertrag mit ähnlichen Leistungen. Amazon betrachtet seine Standorte jedoch nicht als Handels-, sondern als reine Logistikzentren.

Für den Streik hatten Ende April an beiden Standorten über 97 Prozent der teilnehmenden Gewerkschaftsmitglieder gestimmt.

(Peter Giesecke)

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