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Beatles-Musik erstmals als Download - aber teuer

Erstmals kann man die Musik der Beatles auch per Internet-Download kaufen. Nach jahrelangem Warten tauchten die Songs der "Fab Four" in Apples Online-Laden iTunes auf. Nur: Kommt der Sprung ins Internet nicht zu spät? Haben die Fans nicht schon längst alle Alben auf CD?

16.11.2010, 17:26 Uhr (Quelle: DPA)
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"Beatles For Sale", heißt es erstmals auch im Internet: Die Musik der legendären Band kann nach jahrelangen Verhandlungen auch per Download gekauft werden. Mit 12,99 Euro pro Album sind die Evergreens in Apples Online-Shop iTunes aber teurer als mancher aktueller Chartstürmer. Immerhin schließt sich damit eine Lücke: Die Beatles waren eine der wenigen großen Bands, deren Musik man noch nicht legal im Internet herunterladen konnte.

Komplett-Paket für 149 Euro

Auch bei einzelnen Beatles-Songs werden Fans mit 1,29 Euro pro Titel zur Kasse gebeten wie sonst bei einem aktuellen Hit. Das Box- Set mit den gesammelten Alben gibt es für 149 Euro. "Wir erfüllen nun einen Traum, den wir hatten, seit wir iTunes vor zehn Jahren gestartet haben", erklärte Jobs. Beatles-Schlagzeuger Ringo Starr freute sich, dass nun endlich die Fragen aufhören, wann die Musik der Band zu iTunes kommt.

Apple-Chef Steve Jobs - als Beatles-Fan bekannt - soll schon seit Jahren versucht haben, die Klassiker ins Programm zu holen. Bei Produktvorstellungen war Musik der Band gelegentlich auf den demonstrierten Geräten zu sehen. Eine Ankündigung war immer wieder erwartet worden - sollte jedoch Jahre auf sich warten lassen.

Es bleibt allerdings die Frage, ob Apple mit der Ankündigung nun nicht doch etwas übertrieben hat. Am Montag hatte der Konzern auf seiner Website groß angekündigt: "Morgen wird nur einfach noch ein Tag sein. Den Sie nie vergessen werden." Doch daran gibt es Zweifel: Schließlich konnten Beatles-Fans schon immer die Musik der Band auf ihre iPhones und iPods bringen, eingelesen von CDs.

Und viele von ihnen haben sich bereits vor einem Jahr nochmals mit ihrer Lieblingsmusik eingedeckt, als die Plattenfirma EMI digital aufgefrischte Versionen von 13 Beatles-Alben auf CD herausbrachte. EMI verkaufte bisher rund 13 Millionen der Neuauflagen - ein willkommener Erlös für den unter hohen Schulden ächzenden Traditionskonzern. Damit waren die Beatles rund 40 Jahre nach ihrer Trennung nochmal die erfolgreichsten Künstler des Jahres für EMI. Insofern könnte der 16. November 2010 selbst bei eingefleischten Beatles-Fans in Vergessenheit geraten.

Die "FT" verwies auch darauf, dass die Beatles-Goldgrube in absehbarer Zeit versiegen wird: Ende 2012 werde der Urheberrechtsschutz für die ersten Beatles-Songs auslaufen, die anderen werden in den Jahren danach folgen.

Das Verhältnis zwischen Apple und den Beatles wurde in der Vergangenheit durch einen immer wieder aufflammenden Namensstreit belastet: Apple Corps ist auch der Name der eigenen Musikfirma der Musiker. Vor vielen Jahren hatten sich die Unternehmen geeinigt, dass sich der Computerkonzern Apple aus dem Musikgeschäft fernhält - vor allem mit dem Start des iTunes-Dienstes sahen die Verwalter des Beatles-Nachlasses die Vereinbarung gebrochen. Das Kriegsbeil wurde erst 2007 begraben.

Obwohl die meiste Musik immer noch auf CD verkauft wird, ist der Wandel des Geschäfts hin zu Internet-Downloads unübersehbar. Apples iTunes ist inzwischen der weltgrößte Musikverkäufer - auch zum Unbehagen der Musikindustrie, die mit Jobs immer wieder aneinandergeriet, unter anderem weil sie höhere Preise für aktuelle Hits durchsetzen wollte.

(Hayo Lücke)

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