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Bayerns Supercomputer "SuperMUC" erhält Speed-Upgrade

Der am Leibniz-Rechenzentrum bei München angesiedelte Supercomputer "SuperMUC" soll ab Ende 2014 massiv aufgerüstet werden. Die Ausbaukosten betragen 34 Millionen Euro.

14.04.2013, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Der einst schnellste Supercomputer Europas soll wieder ganz vorne mitspielen und wird nun auf etwa die doppelte Leistung ausgebaut. Ab Ende 2014 soll der "SuperMUC" am Leibniz-Rechenzentrum bei München auf eine Rechenleistung von 6,4 Petaflops (Billiarden Rechenschritte pro Sekunde) kommen. Die Anlage hatte im Juli 2012 als schnellster Rechner Europas den Betrieb aufgenommen, ein halbes Jahr später rangierte er in Europa bereits auf dem zweiten Platz hinter "Juqueen" im Forschungszentrum Jülich. Dieser leistet aktuell 5,9 Petaflops.

Ausbaukosten von 34 Millionen Euro

Ein entsprechender Vertrag für die Aufrüstung wurde am Mittwoch in München unterzeichnet, teilte die Bayerische Akademie der Wissenschaften mit. Die Kosten von 34 Millionen Euro teilen sich das Land Bayern und der Bund je zur Hälfte. Die Anlage soll zusätzlich zu seinen 155.656 Prozessorkernen weitere 74.304 Kerne mit der Xeon-Technologie von Intel erhalten.

Der Hauptspeicher soll von 340 auf 538 Terabyte aufgestockt werden. Das Besondere an der Anlage ist ihre spezielle Wasserkühlung. Damit lassen sich im Vergleich zur Luftkühlung bis zu 50 Prozent an Energie einsparen. Das Leibniz-Rechenzentrum nutzt die Abwärme zugleich als Gebäudeheizung.

Simulation der Entstehung des Universums

Die Anlage wird für sehr vielfältige wissenschaftliche Berechnungen genutzt, unter anderem für die Simulation der Entwicklung des Universums oder die Ausbreitung von Erdbebenwellen. ""SuperMUC" war schon kurz nach der Inbetriebnahme vollständig ausgelastet, und es gibt bereits erste Anwendungen, die praktisch den gesamten Rechner effizient nutzen können", sagte Arndt Bode, Leiter des LRZ laut einer Mitteilung. "Insbesondere in den Bereichen Bio- und Lebenswissenschaften erwarten wir in Zukunft einen deutlich erhöhten Bedarf an Rechenleistung."

Als schnellster Rechner der Welt gilt derzeit "Titan" des Herstellers Cray, der mit 17,59 Petaflops vom US-Energieministerium in Tennessee betrieben wird.

(Christian Wolf)

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