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Bayern förderte Porno-Startup mit fünfstelligem Betrag

Im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums soll die Bayern Innovativ GmbH eine Ankaufsplattform für Pornofilme, ein Startup aus Bayreuth, mit Zuschüssen in fünfstelliger Euro-Höhe gefördert haben.

13.11.2014, 16:01 Uhr (Quelle: DPA)
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Eine Ankaufplattform für Pornofilme hat vom Freistaat Bayern Zuschüsse in fünfstelliger Euro-Höhe bekommen. Das bestätigte das Wirtschaftsministerium in München dem Bayerischen Rundfunk (BR). Die Bayern Innovativ GmbH in Nürnberg soll im Auftrag des Ministeriums einen sogenannten Innovationsgutschein an das Porno-Startup ausgegeben haben.

Vertrieb von Pornofilmen förderwürdig?

Der Gutschein ist auf der Internetseite der Erotikplattform veröffentlicht. Demnach bekam das Startup aus Bayreuth den Zuschuss im November 2012 für das Projekt "Online An- und Verkaufsplattform für Privatkunden von Erotikfilmen ab 18". Die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtete am Donnerstag, dass die Bayern Innovativ GmbH kleine Unternehmen und Existenzgründer maximal mit einem Betrag von 18.000 Euro fördere.

Wie es zu der Förderung kam, war am Donnerstag zunächst unklar. Die Bayern Innovativ GmbH wollte auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa keine Stellungnahme abgeben. Das bayerische Wirtschaftsministerium veröffentlichte laut "SZ" nur eine kurze Stellungnahme: "Die Innvoation im vorliegenden Fall ermöglicht insbesondere den Vertrieb unter Beachtung aller Jugendschutzauflagen in Deutschland." Die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Annette Karl, äußerte sich im BR empört: "Innovationsgutscheine sollen junge Unternehmen stützen und nicht die Verbreitung von Pornografie."

(Jörg Schamberg)

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  • Hä? Zuletzt kommentiert von rannseier am 17.11.2014 um 12:16 Uhr
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