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"Bahn Card" wird abgeschafft: Nur eine "dreiste Falschmeldung"?

Als klassische "Ente" hat sich offenbar ein Bericht von "HR Info" über eine angebliche Abschaffung der "Bahn Card" entpuppt. Führende Medien wie Focus & Co sprangen auf den Zug auf und verbreiten den 'Schocker', doch die Deutsche Bahn dementierte umgehend. Sie will sich am Donnerstag zu Änderungen im Fernverkehr äußern.

04.12.2014, 10:40 Uhr
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Schockmeldung für Vielnutzer der Deutschen Bahn am Donnerstagmorgen: Führende Medien, darunter unter anderem das Nachrichtenmagazin Focus, berichteten über ein angeblich geplantes Aus für die "Bahn Card". Grund seien Einsparungen im Fernverkehr. Die Kundenkarte der Deutschen Bahn bietet Rabatte von 25, 50 oder sogar 100 Prozent auf reguläre Tickets und Sparpreise. Die Medien beziehen sich auf einen Bericht des Radiosenders "HR Info", dem angeblich eine vertrauliche Vorlage für den Aufsichtsrat der Bahn vorliegen soll. Am 10. Dezember sollte der Aufsichtsrat demnach die Abschaffung der "Bahn Card" genehmigen. Die Deutsche Bahn dementierte die Berichte umgehend als "dreiste Falschmeldung".

Bahn will sich zu Änderungen im Fernverkehr äußern

Für viele Bahnreisende würde eine Abschaffung der "Bahn Card" erhebliche finanzielle Folgen haben. Statt "Bahn Card" wolle die Bahn laut den Berichten stattdessen auf ein Kundenkonto setzen. Rabatte soll es dann nur noch nach "Auslastung eines Zuges" geben. Zudem seien "individuelle Rabatte nach Kundenumsatz" möglich. Der Schritt sei angeblich eine Reaktion auf Qualitätsmängel im Fernverkehr sowie die zunehmend stärker spürbare Konkurrenz durch die Fernbus-Anbieter. In diesem Jahr sollen die Einbußen bei rund 120 Millionen Euro liegen, mittelfristig könnten sich die Verluste durch die Bahnkonkurrenz auf 240 Millionen Euro ausweiten.

Auch wenn sich die Abschaffung der "Bahn Card" schnell als offenbare Falschmeldung entpuppte: Die Bahn muss sparen. Dem Rotstift zum Opfer fallen könnte laut den Meldungen eventuell ein Großteil der Nachtzüge. Konkrete Details zu den angeblichen weiteren Veränderungen im Fernverkehr will die Deutsche Bahn noch im Verlauf des Donnerstags bekanntgeben. Erst am Mittwoch hatte Bahnchef Rüdiger Grube zusätzlich 200 Millionen Euro an Investitionen für den Fernverkehr angekündigt.

(Jörg Schamberg)

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