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Axel Springer übernimmt Nachrichtensender N24

Der Axel Springer-Konzern kauft N24 und will den Nachrichtensender mit der Welt-Gruppe zusammenführen. Es soll eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland entstehen.

09.12.2013, 13:16 Uhr
Internet© Victoria / Fotolia.com

Überraschung aus der Hauptstadt: Die Verlagsgruppe Axel Springer steigt in großem Stil in das TV-Geschäft ein. Der Berliner Konzern, zu dem auch die Welt-Gruppe sowie die Bild-Zeitung gehören, übernimmt die N24 Media GmbH, die Betreiberin des Nachrichtensenders N24, komplett. Das teilte der Verlag am Montag mit. Springer will N24 und die Welt-Gruppe zusammenführen und als ein führendes multimediales Nachrichtenunternehmen in Deutschland etablieren.

N24 als zentraler Bewegtbild-Lieferant

N24 soll künftig als zentraler Lieferant von Bewegtbildern für alle Marken von Axel Springer fungieren. Die Digitalredaktion von N24 erweitert die Redaktion der Welt-Gruppe. Die vergrößerte Redaktion soll gemeinsam die Inhalte für alle digitalen Kanäle sowie die Printprodukte produzieren. Daneben wird es weiterhin die TV- und Programmredaktion für N24 geben, die sowohl für die Realisierung der TV-Formate zuständig ist und Bewegtbilder für die digitalen Angebote erstellt. Nach Angaben von Axel Springer entsteht durch die N24-Übernahme "eine der größten multimedialen Redaktionen in Deutschland".

Als Geschäftsführer des gemeinsamen Unternehmens werden Welt-Gruppe Vorstand Jan Bayer, N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann sowie Welt-Gruppe Verlagsgeschäftsführerin Stephanie Caspar tätig. Der ehemalige Spiegel-Chefredakteur Stefan Aust, der bisher einer der Hauptgesellschafter der N24 Media GmbH war, wird ab dem 1. Januar des kommenden Jahres Herausgeber der Welt-Gruppe. Mitherausgeber wird bis Ende Juni 2014 Thomas Schmid sein, der nach Unternehmensangaben derzeit für Axel Springer ein neuartiges Online-Magazin entwickelt, das im Frühjahr an den Start gehen soll. Mit Springer könne der Sender seine Zukunft sichern, erklärte Rossmann. Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur hatte 2010 zusammen mit mehreren N24-Managern den Nachrichtensender von der ProSiebenSat.1-Gruppe übernommen. Aust und Rossmann hielten bislang jeweils einen Anteil von 26 Prozent an der N24 Media GmbH.

Stillschweigen über Kaufpreis

Die N24-Gruppe beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter und produziert unter anderem die Hauptnachrichten für die Sender Sat.1, ProSieben und kabel eins, außerdem zeichnet die Tochter MAZ&More für das werktägliche "Sat.1 Frühstücksfernsehen" verantwortlich. Einen Kaufpreis nannten beide Seiten nicht. Zudem steht die kartell- und medienrechtliche Genehmigung noch aus. 2006 war Springer bei der Übernahme von ProSiebenSat.1 am Veto des Kartellamts gescheitert.

(Jörg Schamberg)

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